Dank Ahoj-Brausepulver buntes Wasser in Altrip

Tiere lecken sich bekanntlich oft die Pfoten, in unseren Breiten ist es indes nicht gerade üblich, dass Menschen sich an der Hand lecken. Doch gibt es da eine Ausnahme, wenn Frigeo-Brausepulver ins Spiel kommt. Seit die moussierende Mischung von Theodor Beltke im Jahre 1925 erfunden wurde, als er gerade mit Natron und Weinsäure hantierte, kennen das Pulver bereits mehrere Generationen ....

Bildquelle: www.Ahoj-Brause.deBildquelle: www.Ahoj-Brause.deDie ursprüngliche Geschäftsidee des gelernten Kaufmanns war eine Trockenerfrischung, aus der sich Wanderer oder Reisende unterwegs schnell mal ein prickelndes Getränk anrühren und damit auf das Mitschleppen von Sprudel- oder Limonadenflaschen verzichten konnten. Das Ahoj-Brausepulver mit dem Matrosenmännchen in den Geschmacksrichtungen Himbeere, Orange, Waldmeister und Zitrone in handlichen 5,8-Gramm-Tütchen findet auch heute noch immer begeisterte Abnehmer.

Nicht etwa wegen seines besonderen Geschmacks, sondern weil das Brausepulver in der hohlen Hand mit Spucke befeuchtet zu brodeln beginnt und dann abgeleckt werden kann. Seit Urgrossmutters Zeiten begeistert dies immer wieder unzählige Kinder, auch uns, die wir heute schon älter sind, als wir Kinder mit ungewaschenen Händen das Pulver mit Spucke anfeuchteten und oftmals außer den vorgegebenen Geschmacksrichtungen auch andere Geschmäcker verspürten, je nachdem was wir zuvor gerade in Händen hatten.

Der Altriper Erich Grüner wusste zudem zu berichten, dass sich der frühere Wasserwerksmeister Philipp Kretzer gar einst mit zwei Neckarauer Schulklassen einen Spaß erlaubte. Er zeigte ihnen zunächst das Altriper Wasserwerk und lobte dabei das kühle Nass als das „beste in der ganzen Welt“. Und nur in Altrip gäbe es auch gelbes, rotes und grünes Wasser. In undurchsichtigen Bechern ließ er Ahoj-Brausepulver mit Altriper Brunnenwasser aufschäumen und konnte ob der Begeisterung der Kinder gar nicht schnell genug neue Becher heranschaffen.

Bekannt ist, dass das verkaufte Frigeo-Pulver sehr selten als Brause im Glas landete, dafür aber auf mehr oder minder sauberen Kinderhänden. Wenn der Volksschullehrer Fritz Reich um die Mitte des letzten Jahrhunderts seine Schüler bei der Handleckerei ertappte, gab es ordentlich auf „die Pfoten“. Trotzdem: Aus dem einst als dem „herrlich frischen Volksgetränk“ gepriesenen Erzeugnis wurde eine Leckerei, die bis heute auch der wohl einzige seriöse Grund geblieben ist, dass auch mal Erwachsene in der eigenen Hand lecken.

Im Jahr 2002 übernahm Katjes die Firma Frigeo und hat damit das Matrosenmännchen vor dem Untergang gerettet. Nach Unternehmensangaben werden inzwischen jährlich ca. 200 Millionen Packungen des „Brausepulvers“ produziert.

(Jürgen Hajok | 2020 / Quellen: Wolfgang Schneider; wikipedia.de;)
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