Heimatfreund erwirbt Landkarte aus dem Jahr 1620

Der Altriper Heimatfreund Ernst Schneider hat über ein Antiquariat eine alte Landkarte aus dem Jahr 1620 erworben. Er stellt diese Karte dem Heimat- und Geschichtsverein Altrip als Dauerleihgabe zur Verfügung, wofür wir uns herzlich bedanken. Das, wie sich inzwischen herausgestellt hat, wertvolle Stück soll in naher Zukunft in angemessener Weise der Öffentlichkeit präsentiert werden.

„Imperii Caroli Magni et vicinarum regionum descriptio, dedicta et inscripta Ludovico, regi, victori et defensori ecclesiae Christi.“ Auf gut Deutsch: Imperien Karls des Großen und Topographie benachbarter Gebiete, König Ludwig gewidmet. „Imperii Caroli Magni et vicinarum regionum descriptio, dedicta et inscripta Ludovico, regi, victori et defensori ecclesiae Christi.“ Auf gut Deutsch: Imperien Karls des Großen und Topographie benachbarter Gebiete, König Ludwig gewidmet. Die Landkarte stammt von Petrus Bertius (flämisch: Pieter de Bert). Zu der damaligen Zeit war es üblich, sich einen lateinischen Namen zuzulegen. Bertius lebte vom 14.11.1565 bis zum 13.10.1629, er ist in Paris an der Ruhr gestorben. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Beveren (Flandern). Als junger Mann reiste er viel durch Europa und studierte Sprachen.

Als wegen ihres Glaubens religiös Verfolgte sind seine Eltern mit ihm 1568 nach London geflohen, um der spanischen Inquisition zu entkommen. Im Jahr 1577 kehrte Bertius in die Niederlande zurück, um in Leiden zu studieren. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Bibliothekar und Professor für Mathematik an der Universität Leiden.

Als Kartograph machte sich Bertius einen Namen mit seinen Ausgaben verschiedener Karten. Sie wurden alle mit lateinischem Text verfasst. Die hier vorliegende Karte hat den Titel „Imperii Caroli Magni et vicinarum regionum descriptio, dedicta et inscripta Ludovico, regi, victori et defensori ecclesiae Christi." Auf gut Deutsch für Nichtlateiner: Imperien Karls des Großen und Topographie benachbarter Gebiete, König Ludwig gewidmet.

Sie stammt nachweislich aus dem Jahre 1620. Zwei weitere Ausfertigungen dieser Karte befinden sich in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar und in der National Library of Scotland. Im vorderpfälzer Raum sind nur folgende Orte zu sehen: Tabernae (= Rheinzabern), Spira (= Speyer), Altaripa (= Altrip) und Wormatia Vangino (= Worms).

Neben seinen geographischen Werken verfasste Bertius auch zahlreiche wissenschaftliche Schriften über mathematische, historische und theologische Themen. 1618 zog er nach Paris, wurde Geograph und Historiograph König Ludwigs XIII. von Frankreich und blieb dort bis zu seinem Tod. Da die besagte Karte über Frankreich nach Altrip kam, schließt sich hier der Kreis.

„Imperii Caroli Magni et vicinarum regionum descriptio, dedicta et inscripta Ludovico, regi, victori et defensori ecclesiae Christi.“ Auf gut Deutsch: Imperien Karls des Großen und Topographie benachbarter Gebiete, König Ludwig gewidmet. „Imperii Caroli Magni et vicinarum regionum descriptio, dedicta et inscripta Ludovico, regi, victori et defensori ecclesiae Christi.“ Auf gut Deutsch: Imperien Karls des Großen und Topographie benachbarter Gebiete, König Ludwig gewidmet.

Altaripa, das heutige Altrip, auf einem Ausschnitt der Karte von 1620lAltaripa, das heutige Altrip, auf einem Ausschnitt der Karte von 1620l

Edgar Alt, Oktober 2012