Woher die Altriper Flur- und Gewannennamen kommen

Viele Flurnamen sind nach Wald, Wiese oder Weide benannt, so etwa die Gewanne Riedwiese, Bauernwiese oder Fohlenweide. Andere Flurnamen weisen auf die Geländeform oder auf Berufe hin, wie die Wörthspitze oder die Jägerwiese. Daneben gibt es auf der Altriper Halbinsel auffallend viele Gewannen mit Hinweisen auf Tiere.

Im Grundbuch ist beispielsweise die Hirschlache, die Gänsweide, der Kuhunterhorst, die Farrenwiese und die Storchenlache erwähnt. Auf die Fischerei, den einstigen Haupterwerbszweig der Altriper, weisen Karpfenzug und Knilpseck hin. In der Gewanne Karpfenzug befindet sich heute das Gelände des Sportanglervereins Altrip mit dem Haus „Zum Zander” und es gibt auch einen Karpfenweiher.

Doch den „Knilps” kennen heutzutage nur noch die wenigsten Altriper. Karl Fabian, der 1931 den Sportanglerverein mitbegründete, erster Vorsitzender wurde und schon ein Jahr später das heute so traditionelle Fischerfest ins Leben rief, erzählte gern vom Knilps, den er mit süßen Kirschen an die Angel bekam. Dies war aber nicht etwa eine Marotte von Fabian oder gar dem berühmten Fischerlatein zuzuschreiben. Warum auch immer: Der Döbel, oder Knilps, wie er in der Kurpfalz heißt, „steht” tatsächlich auf süße Kirschen, überreife Zwetschgen, süße Weintrauben und auch auf Holunderbeeren. Der Knilps war früher in den ehemaligen Fischgewässern „Krappen” und „Stiefelgraben” zu finden und schwamm gern oberflächennah in den Entwässerungsgräben.

Der Knilps gehört zur Gruppe der Karpfenfische. Ein besonderes Merkmal ist sein großes, zahnloses Maul. Auf dem Speiseplan des Allesfressers stehen Wasserpflanzen sowie Schnecken, Würmer, kleinere Fische, Früchte und gelegentlich auch mal ein Mäuslein.

Ein Großmaul - jemand, der über alles und jeden herzog - wurde in früheren Zeiten von den Fischern in Altrip Knilps genannt. Die Anspielung auf den Fisch war dabei unverkennbar, denn, wenn es darauf ankam, war das menschliche Großmaul „ohne Biss”. Die Kurpfalz ist zwar als politisches Gebilde verschwunden, doch der Döbel, einst als Knilps überall bekannt, schwimmt noch immer in hiesigen Gewässern. Wenn auch das Schimpfwort nicht mehr zu hören ist, so sind aber die Großmäuler nicht ausgestorben...

(Wolfgang Schneider | 2008)