Aus alten Kerwezeiten

In kaum einem anderen Ort in der Pfalz wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Kirchweihfest mit so viel Pomp und Glanz gefeiert wie in Altrip.

Die Stammgäste der Wirtschaften holten ihre auswärtigen Musikkapellen mit reich verzierten, vierspännig befahrenen Bauernwagen ab, denen vier bis sechs Reiter in bunten Kostümen voran ritten. Alle Gespanne zogen unter den Klängen ihrer Kapellen durch das Dorf. In der Nacht vor der Kerwe wurde ein Tannenbaum ebenfalls von „auswärts” geholt.

Noch 1908, der Ort zählte gerade einmal 2000 Einwohner, gab es in fünf Gastwirtschaften Tanzmusik mit einem jeweils gut bestückten Orchester. Kein Wunder, dass viele Fremde deshalb nach Altrip kamen. Die Altriper beschlossen daher 1928 wegen der Mannheimer Mess” und dem Wurstmarkt, die Kerwe kurzerhand auf das 1. September-Wochenende zu verlegen.

Und weil für den 7. September 1947 keine zweigeschossige Reitschul” zu bekommen war, wurde die Kerwe einfach um eine Woche verschoben. Seit 1948 feiern die Altriper ihre Kerwe am 3. September-Wochenende. Und vor 1983 hissten sie erstmals ihre Ortsflagge mit den Farben Blau und Gelb. Die Farbstreifen sind senkrecht angeordnet im Verhältnis 3:5:3. 

(Wolfgang Schneider | 2008)