Gendarmerie-Stationen aufgelöst

Ein Gendarm war früher ein „Bediensteter” einer Einheit staatlicher Polizei in Landbezirken. Früher gab es daher in vielen hiesigen Landgemeinden „Gendarmeriestationen”. Zum 1. Dezember 1967 wurden die Stationen Altrip, Neuhofen und Böhl aufgelöst. Das Innenministerium hatte damals die Maßnahme damit begründet, dass durch die Konzentration der Gendarmerie im Landkreis Ludwigshafen auf zwei Großraumstationen in Limburgerhof und Dannstadt die allgemeine Sicherheit besser gewährleistet werde.

Das Polizeiamt Mutterstadt blieb zunächst noch erhalten. Altrip und Neuhofen wurden Limburgerhof und Böhl der Station Dannstadt unterstellt. Jede Großraumstation sollte, so die Vorgabe, mit zehn Beamten besetzt werden. Ziel war, die „Schlagkraft” der Gendarmerie wesentlich zu erhöhen und den Beamten eine bessere Dienstzeit zu ermöglichen, wobei die Station Limburgerhof für den gesamten Landkreis den Nachtdienst übernehmen musste. Problematisch war allerdings, dass zunächst nur einer der fünf Streifenwagen mit Funk ausgerüstet war, was die Überwachung der vier Bundesstraßen sehr erschwerte.

Doch der Regierungspräsident versprach eine baldige „Nachrüstung”. Die Bürgermeister Michael Marx (Altrip) und Kurt Sturm (Neuhofen) hatten „größte Bedenken” gegen die Zerschlagung der örtlichen Gendarmerien. Michael Marx erinnerte sich: „Die Gemeinde Altrip führte den damals starken Verkehr zur ,Blauen Adria”, verbunden mit Kleinkriminalität sowie den länderübergreifenden Fährbetrieb ins Feld.” Randolf Hübner wußte zu berichten, dass er als Gendarmerie-Hauptwachtmeister nach Altrip kam und damals „Mädchen für alles” war.

So wurde er bei einem „Lohntütenball”, den es freitags nach Erhalt der Lohntüte bei verbotenen Glücksspielen gab, von einem Mitspieler angerufen, der plötzlich sein gesamtes Geld vermisste. Hübner begab sich an den Ort des Geschehens. Plötzlich büxte der vermeintlich Bestohlene aus und warf sich in den Rhein. Schnurstracks stürzte sich Gendarm Hübner ebenfalls in die Fluten, um den armen Teufel zu retten. Es war Dezember und das Thermometer zeigte nur noch drei Grad an. Nicht nur das Wasser war eisig, sondern auch die Uniform sehr hinderlich. Dennoch gelang es dem Beamten, eine Wasserleiche zu verhindern. Als der Beamte pitschnass in der Station vor seinem Chef stand, meinte dieser: „Mensch, Hübner, Sie brauch” ich, den andern nicht!” Nach der Auflösung der Gendarmeriestation Altrip radelte der Beamte, der im Ort als „Päng” bekannt ist, bei entsprechendem Wetter notgedrungen nach Limburgerhof.

(W. Schneider | 2007)