Aus „Pietätsgründen“ dagegen

Im Jahr 1953 bat die Katholische Pfarrgemeinde Waldsee vergebens um Überlassung von 2000 Quadratmeter Gemeindegelände für einen Neubau ihrer im letzten Krieg zerstörten Altriper Kirche. Die Kirche sollte an der Beethovenstraße vor dem alten Friedhof errichtet werden. Trotz „prominenter“ Befürworter, etwa durch Altbürgermeister Karl Baumann, sprach sich der Zweite Beigeordnete August Gropp aus „Pietätsgründen“ dagegen aus und erzwang eine schriftliche Stimmabgabe. Die Abstimmung zeigte, dass es nur vier Befürworter gab. Peinlich war, dass der alte Friedhof bereits 1911 durch den jetzigen ersetzt wurde und auch die Protestantische Kirche, wie andernorts auch, von einem Friedhof umgeben war. Ein nochmaliges Votum, ebenfalls wieder schriftlich, zeigte nur noch zwei Befürworter: Wohl die Fraktionschefs der Wählergruppe Baumann und der SPD.

(Wolfgang Schneider | April 2003)