Der „Tag der Lieben”

Der Valentinstag wurde in Altrip im Jahr 1953 von Otto Schw., Besitzer eines Lichtspielhauses, der in den Vereinigten Staaten gewesen war, erstmals eingeführt. Der „Tag der Lieben”, wie der Valentinstag in unseren Breiten gerne genannt wurde, war hier lange Zeit unbekannt und wurde erst einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Vereinigten Staaten „importiert”.

In manchen Gegenden heißt der 14. Februar auch „Vielliebchentag”, was auf unseren Altriper Wiederentdecker des alten Brauchtums, Otto Schw., wohl sehr passte. Ihm wurden nämlich nicht nur an diesem Tag Mädchen zugeführt – erzählt man. Jedenfalls hat Otto Schw. zum 14. Februar 1953 gleich an mehrere „Liebchen” Briefe sowie Blumen und Süßigkeiten zustellen lassen. Durch die Geschwätzigkeit der „Bedachten” wurde die Angelegenheit letztlich ortsbekannt. Offensichtlich war der Kinobesitzer von den amerikanischen Gepflogenheiten sehr angetan und hoffte damit auch in Altrip „Eindruck zu schinden”.

In den USA fließen übrigens bei Teenagern auch heute noch die Tränen, wenn sich am Valentinstag im Briefkasten kein Briefchen mit Herzchen befindet. Bei uns haben mittlerweile die Gärtner ihr weites Herz für alle Menschen entdeckt, denen es „Dank” zu sagen gilt. Ob der Angebeteten, der Frau oder dem Mann, den Eltern oder Großeltern oder irgendeinem lieben Menschen – wichtig ist, etwas zu schenken. Doch neben Blumen wird auch oft etwas „Süßes” oder ein individuelles Geschenk, zum Beispiel etwas selbst Gebasteltes geschenkt.

(Wolfgang Schneider | Februar 2003)