Der Dialekt als Kulturgut

Kreissparkasse prämiert „Altriper Wörterbuch”

Die Kulturstiftung der Kreissparkasse Ludwigshafen hat das „Altriper Wörterbuch” mit dem Kulturförderpreis des Jahres 2000 ausgezeichnet. Die Autorin Elke Knöppler und der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip, Karl Gerhard Schreiner, erhielten gestern den Preis in Höhe von 10.000 DM.

Kreissparkassen-Vorstand Karl-Friedrich Lebkücher überreicht den Kulturförderpreis an Elke Knöppler und Karl-Gerhard Schreiner, Kuratoriums-Vorsitzender Ernst Bartholomé freut sich mit den Preisträgern. (v.l.) | FOTO: KUNZÜbergeben wurde die Auszeichnung durch Karl-Friedrich Lebkücher, Vorstand der Kreissparkasse, und durch den Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums, Landrat Ernst Bartholomé. Beide würdigten die langjährige Forschungsarbeit der Altriper Germanistin, die sich über fünf Jahre intensiv mit den dialektischen Eigenheiten ihres Heimatortes beschäftigt hat. Der Heimat- und Geschichtsvereins Altrip fungiert als Herausgeber des Buches. Die Preisvergabe begründete Ernst Bartholomé mit dem privaten Engagement Elke Knöpplers für regionale Kultur. Der Kulturförderpreis solle die Heimatkunde in ihrem ursprünglichsten Sinn fördern, denn, so der Landrat: „Nur wer Wurzeln hat, kann auch weltoffen sein.”

Das „Altriper Wörterbuch” ist ein Nachschlagewerk der besonderen Art: geordnet nach Sparten des alltäglichen Lebens – wie Wetter, Natur, Handwerk, Fischerei – finden sich Wörter, Redensarten und Lautungen des Altriper Dialekts. Das Altriper Pfälzisch hat durch die geographische Lage des Ortes schon immer einen Sonderstatus gehabt: es bildet eine Brücke zwischen den beiden Rheinufern. Außerdem haben sich in Altrip sehr viele Wörter aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen, dem Lateinischen und dem Französischen erhalten. Dieses Phänomen ist auf die relativ isolierte Lage des Ortes zurückzuführen, Altrip ist eine so genannte „Sprachinsel”.

Die Mundart in ihrer Urform wird heute jedoch in Altrip kaum mehr gesprochen. Deswegen hielt sich Elke Knöppler bei ihren Interviews zur Erfassung der dialektalen Besonderheiten ausschließlich an ältere Bürger. Damit bekommt das Buch mit dem Untertitel „Mer redd jo nix, mer seschd jo blous” zusätzliche Bedeutung, da es ein vom Aussterben bedrohte Kulturgut dauerhaft bewahrt: den Dialekt. Anschaulich ausgestattet ist der Band mit vielen historischen Fotografien. – So ist das „Altriper Wörterbuch” nicht nur ein wissenschaftliches Werk, sondern auch schönes Buch.

Auch im nächsten Jahr vergibt die Kulturstiftung der Kreissparkasse Ludwigshafen wieder einen Förderpreis für Menschen oder Organisationen, die sich auf ehrenamtlicher Ebene für eine Bereicherung des kulturellen Angebots in der Region einsetzen. (kzs)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 20. Dezember 2000)