Brotduft zıeht durchs Dorf

In Altrip gibt es ein Gemeinschaftsbackhaus

Auf die Kruste zu klopfen, verheißt knackigen Genuss. Ein herrlicher Duft umhüllt die fertig gebackenen Laibe, die warm auf dem Tisch liegen. In Altrip bei Ludwigshafen ist jüngst ein Stück Esskultur wiederbelebt worden: Ein bis zweimal im Monat wird ein Gemeinschaftsbackhaus angeheizt- Der Heimat- und Geschichtsverein Altrip hat den Ofen mit Spenden errichtet- Eine Gruppe ehrenamtlicher "Brotmanager" kümmert sich um den Betrieb- So trifft man sich in der Regel samstags neben dem Bürgerhaus "alta ripa", mitten im Ort-

Reines, sehr trockenes Buchenholz wird verwendet, um die nötige Temperatur zu erreichen- "Das Anheizen dauert etwa drei Stunden", erzählt der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Alois Eitl. Danach wird die Glut aus dem Ofen geholt und das Innere gesäubert. Dann werden die Brote "eingeschossen": Ein großer Holzspatel schiebt die Teigkugeln in die Hitze, wo sie - je nach Teig und Temperatur - etwa eine Dreiviertelstunde zu Broten auspacken.

Jeder kann seinen Teig vorbeibringen: Man meldet sich einfach beim Verein mit der Anzahl seiner Brote und der Teigart an und bekommt dann einen Backtermin zugewiesen- "15 Dreipfünder passen auf einmal in den Ofen", berichtet der Bayer Eitl. 50 Cent kostet es, einen Dreipfünder backen zu lassen.

An der örtlichen Volkshochschule werden bereits Kurse angeboten, in denen man unter anderem lernen kann, Sauerteig herzustellen- Das Interesse ist riesig: Bisher waren alle Kurse schnell ausgebucht. miro

(Quelle: www.morgenweb.de am 15.11.2012)