Die Vereinslandschaft spiegelt das Dorfleben wider

Ausstellung „Altriper Vereinsleben - gestern und heute” zeigt Exponate der ortsansässigen Gruppen

Die Vielseitigkeit und die Lebendigkeit Altrips wollen der Heimat- und Geschichtsverein und die Ortsgemeinde Altrip mit der Ausstellung „Altriper Vereinsleben - gestern und heute” zeigen. Denn durch die Vereine werde das Leben in der Gemeinde weitgehend geprägt.

Dirk Müller vom Turn- und Sportverein (Tus) Altrip und Alfred Denda vom Athleten-Club stehen im Bürgerhaus Alta Ripa und betrachten die Pokale und Wimpel des Tus. Gedanken an vergangene Zeiten des Vereins kommen auf und auch die Starterlaubnisse der Athleten, die Älteste stammt von 1950, wecken Erinnerungen an die Vergangenheit der Sportler. Doch den beiden Vereinsmitgliedern geht es an diesem Nachmittag nicht nur um die Geschichte. Bei der Ausstellung „Altriper Vereinsleben - gestern und heute” geht es auch um das aktuelle Programm. Der Austausch und das Zusammenspiel stehen neben den Exponaten im Vordergrund.

Gesang und Geschichte (von links): Barbara Krapp, Cornelia Schrag, Karin Kussmann und Elke Knöppler vom Kammerchor waren auch bei der Ausstellung vertreten. K. kam für den Heimat- und Geschichtsverein sogar extra in einer Altriper Tracht. | FOTO: NeumannAuf der anderen Seite stehen Barbara Krapp, Cornelia Schrag, Karin Kussmann und Elke Knöppler vom Kammerchor Altrip beisammen. Sie alle singen im Chor, Elke Knöppler aber ist heute in der Altriper Tracht erschienen, denn sie ist auch für den Heimat- und Geschichtsverein Altrip bei der Ausstellung vertreten.

Geradezu närrisch wurde es bei den Prinzessinnen- und Jahresorden des Karnevalsvereins „Die Wasserhinkle”. Zu gerne erinnern sich die Besucher an die vergangenen Sessionen.

Zum ersten Mal stellen sich die Altriper Vereine in dieser Art und Weise vor. Sie möchten den Altriper Bürgern die Vielfalt des Vereinslebens ihres Ortes zeigen. So verschieden wie die Aussteller ist eben auch das Altriper Vereinsleben: Vom Krankenpflegeverein über den Kirchenchor, den Förderverein der Grundschule, die Siedlergemeinschaft bis hin zum Altenclub sind verschiedene Gruppen in der Gemeinde heimisch.

„Wir haben in Altrip ungefähr 60 Vereine”, sagt Wolfgang Dilly, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, der zusammen mit der Gemeindeverwaltung für diese Ausstellung verantwortlich ist. Je 20 Prozent seien Sportvereine, sozial engagierte und kulturelle Vereine sowie sonstige. Bei der Ausstellung seien 21 Vereine vertreten. Eine Liste zeigt zudem die aufgelösten oder untergegangenen Vereine des Ortes. „Es ist wichtig zu wissen, wie viele Vereine es am Ort gibt, was sie machen und wo sie sich engagieren”, fügt Dilly hinzu. „Wir haben uralte Vereine wie den MGV von 1867, aber auch ganz neue.” So wie in den letzten Jahrzehnten die Einwohnerzahl von 4000 auf 8000 zugenommen habe und damit eine Strukturveränderung in der Bevölkerung einherging, verhalte es sich auch mit den Vereinen. „Die Vereinslandschaft spiegelt das Dorfleben wider”, sagt Dilly. „Die neuen Vereine haben zwar noch keine Geschichte, aber eben auch Ziele und Aufgaben."

Ziel der Ausstellung sei es, das Dorf- und Vereinsleben sichtbar zu machen. Bei der Organisation sei man selbst über die Vielzahl und Verschiedenheit überrascht gewesen, auch darüber wie viel Material vorhanden war, um die Ausstellung auf die Beine zu bringen. Und Dilly ist überzeugt: „Wenn die Vereine nicht wären, wäre an vielen Ecken tote Hose. Außerdem stellen sie auch eine gewisse Wirtschaftskraft dar.”

Interessantes über Altrip gibt es außerdem beim Preisrätsel herauszufinden. Was ist ein Ankerkulienschiff und was bedeutet alta ripa? Was kostete eine Fährüberfahrt im Jahre 1958 und welcher Gerichtsbarkeit unterstand Altrip im Jahre 1816? Für die Kinder gab es dann doch etwas leichtere Fragen, aber die, ob Jack Sparrow der Name des Bürgermeisters sei oder an welchem Datum die Altriper Weihnachten feiern, waren wohl eher als Scherzfragen gedacht. (uln)

Info
Die Ausstellung „Altriper Vereinsleben” ist am Samstag, 28. Januar, von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 29. Januar, von 11 bis 18 Uhr im Bürgerhaus Alta Ripa zu sehen.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 25. Januar 2012)