Freundschaft zwischen alter und neuer Welt

Altriper Ausschuss empfiehlt Partnerschaft mit US-Stadt

Etwa 40 private E-Mail-Freundschaften sind schon entstanden, nun soll Altrip eine offizielle Partnerschaft mit dem 5000-Einwohner-Städtchen Kutztown im US-Bundesstaat Pennsylvania folgen lassen. Das empfiehlt der Partnerschaftsausschuss dem Ortsgemeinderat. Die Amerikaner haben dem Projekt bereits offiziell zugestimmt.

Die ersten Kontakte kamen 2019 bei den Feierlichkeiten zum Altriper Dorfjubiläum zustande, zu dem die Kommune sowie der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) die New Paltz Band eingeladen hatten. Diese gab mit ihren Liedern Einblicke in die Kultur der pfälzischen Auswanderer aus dem 18. und 19. Jahrhundert, deren Nachfahren bis heute in Pennsylvania leben. Über den HGV wurden diese Kontakte verstärkt. Inzwischen schreiben sich laut Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) mehr als 40 Brieffreundschaftspaare regelmäßig und eifrig.

Mail-Freundschaften bestehen bereits zwischen Kutztown (Bild) und Altrip. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 15.03.2021 | Text: Markus Müller | Foto: Joel Seidel)Im Oktober habe es sogar die erste transatlantische Videokonferenz gegeben. Dabei sei auf beiden Seiten der Wille erkennbar geworden, diese noch junge Bande mit einer offiziellen Ortspartnerschaft zu festigen. Das US-Pendant zum Altriper Rat, der Kutztown Council, habe bereits eine entsprechende Resolution verabschiedet. „Ich wünsche mir, dass wir dem Kutztowner Wunsch entgegenkommen“, sagte Mansky.

„Ich finde die Sache gut“, erklärte Ausschussmitglied Barbara Regelein. Sie unterhalte nämlich eine der Brieffreundschaften, die heutzutage natürlich per E-Mail ablaufen. Auf ihre Frage, ob der HGV diesen Austausch federführend organisierte, erklärte der Altriper Rathauschef, die Partnerschaft gehe von der Gemeinde aus. Der HGV sei ein Standbein, dem mit anderen Vereinen und Bürgern weitere folgen sollten. Auch Maurice Kuhn (Grüne) hielt es für wichtig, das interessante Projekt auf eine möglichst breite Basis zu stellen.

Ralf Kissel (SPD) begrüßte das Vorhaben ebenfalls: „Eine Partnerschaft in die USA ist natürlich erstrebenswert.“ Er frage sich jedoch, wie diese aufgrund der großen Entfernung belebt werden solle. Zumal es noch nicht einmal gelungen sei, die Partnerschaften mit Petit-Rederching in Frankreich und Wiehe in Thüringen aufrechtzuerhalten. Beide waren nach Manskys Angaben zuletzt eingeschlafen. Vor diesem Hintergrund wies Kissel darauf hin, dass gegenseitige Besuche mit den Amerikanern noch schwieriger würden. Dem hielt Mansky entgegen, dass die Verbindung zu Kutztown schon jetzt breiter aufgestellt sei als die inzwischen eingeschlafenen Partnerschaften – auch außerhalb des Rats.

Lorraine Wardrope (Grüne) interessierte, wofür die 2700 Euro Partnerschaftsbudget genutzt werden. „Für Geschenke“, antwortete der Ortsbürgermeister und schob gleich hinterher: „Auf keinen Fall für Flugreisen.“

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 15. März 2021 | Text: Markus Müller | Foto: Joel Seidel)

Mail-Freundschaften bestehen bereits zwischen Kutztown (Bild) und Altrip. (Quelle: www.rheinpfalz.de - 15. März 2021 | Text: Markus Müller | Foto: Joel Seidel)

(Quelle: www.rheinpfalz.de - 15. März 2021 | Text: Markus Müller | Foto: Joel Seidel)
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