Der „schnuckelige Markt“ soll bleiben

Die einen zieht es gezielt zu einem Stand, die anderen probieren einfach mal durch. Scamorza, Kikok-Hähnchen-Brust oder Walnussbrot. Oder gleich alles? Die Einkaufstaschen füllen sich auf dem Partnerschaftsplatz. Seit Mitte Mai ist freitags Markttag. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird das so bleiben. Die Altriper freut’s. Aber ein, zwei Wünsche haben sie noch. 

Italienisches Flair bringt Cosimo Carucci auf den Altriper Wochenmarkt. Er freut sich, dass er nicht mehr der einzige Standbetreiber in Altrip ist. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 29.08.2020 | Text & Foto: Constanze Junk)

Freitags ist Joachim Kotter mit einem Stand auf dem Partnerschaftsplatz vertreten. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 29.08.2020 | Text & Foto: Constanze Junk)Die Bäckersuche ist beendet: Laugengebäck und Brezeln backen Yvonne und Uli Löhn auf dem Markt sogar frisch. Sie kommen seit fünf Wochen mit ihrem Steinofenbrotmobil nach Altrip. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 29.08.2020 | Text & Foto: Constanze Junk) 

Freitag, 10 Uhr, haben Traudel Busch-Schäfer und Monika Stahl einen fixen Termin. Es geht zum Wochenmarkt auf den Partnerschaftsplatz. „Ich koche gern“, sagt Busch-Schäfer. „So wird es vielfältiger.“ Sie lacht. Die Taschen sind gut gefüllt. „Was man braucht, ist da“, lobt die Altriperin das Angebot. Stahl nickt. „Alle Stände sind gut.“ Und werden gut angenommen.

Zahlreiche Marktbesucher lassen sich die Körbe füllen. An Joachim Kotters Stand mit Salatköpfen, Lauchzwiebeln, Äpfeln oder auch Dosenwurst. „Der Markt ist gut für Altrip“, sagt Kotter, der seit 1983 ein Geschäft im Ort betreibt. „Ich bin ein Verfechter, dass er weitergeht.“ Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos) ist dahingehend positiv gestimmt. Aktuell werde eine Marktordnung erstellt. „Die sollte bis Oktober fertig sein, dann können wir in den regulären Marktbetrieb übergehen.“ Er ist sich sicher, dass der Ortsgemeinderat das Projekt nicht ablehnen wird.

Am 15. Mai öffneten die Stände auf dem Partnerschaftsplatz erstmals. Damals als Zwölf-Wochen-Projekt. Die sind mittlerweile vorbei, die Sondergenehmigung wurde vom Ordnungsamt verlängert. Zu Recht. „Die Leute kommen und kaufen ein“, sagt Mansky und blickt sich zufrieden um. Obwohl der Wochenmarkt während der Corona-Pandemie gestartet ist und nur mit den gängigen Auflagen ablaufen kann, werde er wirklich gut angenommen.

Das freut vor allem Ideengeber Cosimo Carucci. Viele Jahre hat er als einziger Stand italienische Spezialitäten auf dem Ludwigsplatz verkauft. „Die Kunden haben immer bedauert, dass es keinen Markt gibt“, erzählt er. „Jetzt hat es endlich geklappt.“ Carucci, der auf vielen Märkten vertreten ist, habe das Konzept für den Markt entwickelt und Kollegen angesprochen, erzählt Organisator Alois Eitl. „Ich suche noch nach einem weiteren Metzger und einem Fischhändler“, erzählt Carucci. Obwohl der Markt „eine Bereicherung für den Ort“ ist, finden Maria Ruf und Christine Eberhardt, die fast jeden Freitag zum Einkauf herkommen, dass ein Fischstand noch das Tüpfelchen auf dem i wäre. Eitl stimmt ihnen zu. „Er wäre ein Highlight, aber es ist schwierig, einen zu bekommen“, sagt er.

So müssen sich die Altriper vorerst mit dem vorhandenen Angebot zufrieden geben. Aber das kann sich sehen lassen. Geflügel, Dampfnudeln, Obst und Gemüse, Brot, Spezialitäten aus Italien und Griechenland sowie Gewürze gibt es. „Der Grieche ist noch im Urlaub, der Gewürzstand alle zwei Wochen da“, erklärt Eitl, warum an diesem Morgen zwei Stände fehlen. Der Blumenstand, den es zu Anfang gab, ist auf der Strecke geblieben. Doch einen Erfolg kann der Organisator mit dem Bäcker verbuchen. „Es war nicht leicht, einen zu finden.“

Seit fünf Wochen kommen Yvonne und Uli Löhn mit ihrem Steinofenbrotmobil aus Feilbingert bei Bad Kreuznach nach Altrip. „Es ist ein schnuckeliger Markt“, sagt Uli Löhn und preist seine Waren an, die teils frisch vor Ort gebacken werden. Dieter Götzinger aus Biblis nimmt gut 45 Minuten Fahrt auf sich, um Geflügel – im Herbst auch Wild – zu verkaufen. „Hoffentlich bleibt der Markt. Er wird sehr gut angenommen.“

Dem scheint ja nichts im Wege zu stehen. Im Gegenteil: Es sind genügend Ideen da, den Markt noch attraktiver zu machen, um noch mehr Menschen freitags von 7.30 bis 13 Uhr zur neugestalteten Dorfmitte zu ziehen. „Wenn mit Corona mal Schluss ist, können wir Bänke und Tische aufstellen“, sagt Eitl. Er habe einen Interessenten an der Hand, der Bratwurst verkaufen möchte. Aber erst müssen die Auflagen gelockert werden. Traudel Busch-Schäfer und Monika Stahl haben da auch noch einen Wunsch. Dass der Kaffeestand, der am ersten Markttag da war, dann wieder kommt. Denn mit einem Tässchen Cappuccino wird so ein Marktbesuch gleich noch viel netter.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 29. August 2020 | Text & Fotos: Constanze Junk)
Wir benutzen Cookies
Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website bieten zu können.