Ausgebremst

Das Sandbahnrennen in Altrip hat in der Vergangenheit stets Tausende Besucher angelockt. Dieses Jahr muss die für den 4. Juni geplante Veranstaltung ausfallen. Der MSC Altrip, der das Motorradrennen ausrichtet, findet nicht genug Helfer. Die Absage soll, so hofft man beim MSC, jedoch nicht das Ende des Sandbahnrennens bedeuten.

Solche Bilder wird es aus Altrip – zumindest in diesem Jahr – nicht geben. Das Sandbahnrennen wurde wegen Helfermangels abgesagt. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 17.02.2015 | Text: Thorsten Eisenhofer | Foto: Kunz)

In den vergangenen Jahren hat Karl-Martin Gensinger, der Vorsitzende des MSC Altrip, stets gewusst, was er an Karfreitag macht. Der Karfreitag war nämlich immer der Tag, an dem er das Starterfeld für das Altriper Sandbahnrennen zusammengestellt hat. Weil an diesem Tag keine Rennen stattfinden und die Fahrer daher gut zu erreichen sind, hat der 71-Jährige stets zum Telefonhörer gegriffen und die Starter, die er gerne haben wollte, angerufen. „Die Fahrer haben immer schon gewusst: An Karfreitag ruft der Gensinger an“, erzählt er lachend.

Dieses Jahr wird Karl-Martin Gensinger an Karfreitag jedoch keine Fahrer verpflichten. Er wird dieses Jahr überhaupt keine Fahrer verpflichten. Denn dieses Jahr wird kein Sandbahnrennen in Altrip stattfinden. Am vergangenen Donnerstag hat der Vorstand des MSC Altrip die Absage der Veranstaltung, es wäre die 63. Auflage gewesen, beschlossen, gestern teilte der MSC dies der Öffentlichkeit mit.

Es war keine Ad-hoc-Entscheidung, es war vielmehr eine Entscheidung, die sich so angebahnt hatte. Und auch eine Entscheidung, die schon in den vergangenen Jahren gedroht hatte. Schon da war es dem MSC Altrip, wenn man Gensinger richtig versteht, nicht mehr so leicht gefallen, genug Helfer zu finden wie noch einige Jahre zuvor. Dieses Jahr war es allerdings erstmals so, dass aufgrund von Krankheiten wichtiger Helfer ein pannenfreier Verlauf aus Sicht der Veranstalter schwierig geworden wäre.
„Das ist ja keine Micky-Mouse-Veranstaltung“, sagt Gensinger. Es ist vielmehr eine Veranstaltung, bei der Fahrer aus aller Welt am Start sind, bei der im vergangenen Jahr rund 6500 Zuschauer dabei waren. „Es ist besser, es fällt aus, als wenn es nicht klappt und die Zuschauer murren“, sagt Gensinger.

Am Renntag selbst habe der MSC Altrip keine Sorgen, genug Helfer zu finden. „Das ist kein Problem“, sagt Gensinger. Das Problem, das ist das Vorfeld. Da fehlt „Manpower“, wie es Gensinger ausdrückt. Menschen, um die Mäharbeiten durchzuführen. Menschen, um die Luftkissen in den Kurven anzubringen. Menschen, um die Strecke auf Vordermann zu bringen. Zehn bis 15 Männer umfasste Gensingers Kerntruppe in den vergangenen Jahrzehnten stets, in diesem Jahr fallen aus dieser Kerntruppe allerdings fünf Leute aus. Das ist als solle eine Baufirma mit halben Personal in der selben Zeit noch dieselbe Aufgabe bewältigen.

Der MSC Altrip ist auch an einer Entwicklung gescheitert, die momentan viele (Sport-)Vereine betrifft. Die Mitglieder, die schon seit 20, 30 oder gar 40 Jahren die Hauptaufgaben im Verein stemmen, in der Verantwortung stehen, werden altersbedingt krank oder sterben, doch es rückt kein Nachwuchs nach. „Der Unterbau fehlt“, klagt Gensinger: „Da kommt nichts nach.“

Dass die diesjährige Absage nun das Ende des Altriper Sandbahnrennens bedeutet, glaubt Gensinger nicht. Er hofft es zumindest nicht. „Ich bin optimistisch, dass wir im kommenden Jahr die Veranstaltung wieder austragen können“, sagt der Altriper. Es werde sicherlich nicht einfach, „aber alle wollen, dass es weiter geht“.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 17. Februar 2015 | Text: Thorsten Eisenhofer | Foto: Kunz)
Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website bieten zu können.