Von Rheingemeinde und Rilke inspiriert

Theodor Maurer liebt das Schreiben

Eigentlich ist er ein „Hinnerpälzer“, der 1927 in Waldmohr geborene Theodor Maurer, den es vor 50 Jahren in die Vorderpfalz gezogen hat. „Sagen Sie um Himmels Willen zu keinem Waldmohrer, er sei ein Hinnerpälzer, wo der doch offiziell ein Westpfälzer ist!“ In der Volksschule war er „stark“ im Aufsatz, eine Tatsache, die ihn für den späteren Beruf prägte, denn er entwickelte ein Faible für Grammatik und entschloss sich, Lehrer zu werden.

Doch zunächst lernte er das harte Kriegsleben kennen. Im Herbst 1944 kam er zum Arbeitsdienst und kurz vor Weihnachten im Alter von knapp 17 Jahren gar zum Militär. Nachdem der Krieg viele Lücken in die Reihen der Lehrerschaft gerissen hatte, wurde er an der Pädagogischen Akademie in Kusel zügig zum Lehrer ausgebildet. Mit 20 Jahren stand er im Bergmannsdorf Dunzweiler erstmals vor einer ganzen Mannschaft von Schülern: 176 Kindern an der Volksschule.

Ist sehr aktiv: der Lehrer und Literat Theodor Maurer. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 19.03.2005 | Text: Wolfgang Schneider | Foto: Lenz)Ähnlich war sein Einsatz in einer Schule in Zweibrücken, in der Schüler aus vielen Vertreibungsgebieten zusammengefasst wurden, die kaum über ausreichende Sprachkenntnisse verfügten. 1955 trat Maurer seine achte Stelle in Altrip an. „Anfangs“, so erinnert sich der Pädagoge, „bereitete mir der hiesige Menschenschlag schon einige Schwierigkeiten, aber das gab sich mit der Zeit. Das kulturelle Leben, insbesondere in Mannheim, war mit ein Grund, hier sesshaft zu werden.“ Er schrieb Gedichte, zu denen er über Rilke inspiriert wurde, veröffentlichte sie in vielen Tageszeitungen, insbesondere in den 60er Jahren auch in der RHEINPFALZ, und widmete sich der Prosa.

Später hat der Pädagoge, der 1964 Konrektor in Altrip wurde, seine Gedichte und Prosa in Anthologien veröffentlicht. Eine große Herausforderung war für ihn der Auftrag von Bürgermeister Michael Marx, der Ende der 60er Jahre für die 1600-Jahrfeier der Gemeinde eine Festschrift haben wollte. Zusammen mit Dieter Kirsch ging er an die Arbeit. Aus der Festschrift wurde eine Chronik mit über 400 Seiten. 1970 erschien das Werk „Altrip – Porträt eines Dorfes“ und zehn Jahre später der Bildband „Altrip in alten Ansichten“.

Für die Volkshochschule war der Pädagoge bei der Aktion „Literatur in der Region“ in etlichen Kreisgemeinden mit Vorlesungen aktiv. 1974 wurde Theodor Maurer Rektor an der Rehbachschule in Neuhofen, 1990 trat er in den Ruhestand. Er ist auch jetzt noch aktiv, hält Vorträge, erledigt handwerkliche Arbeiten und kümmert sich um seine Enkel.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 19. März 2005 | Text: Wolfgang Schneider | Foto: Lenz)
Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website bieten zu können.