Es fließt wieder Wasser

Prinz-Karl-Wörth in Altrip ist mit einem Durchstich unterhalb der Uferstraße an den Rhein angeschlossen

Der Altrheinarm Prinz-Karl-Wörth in Altrip ist wieder an den Rhein angeschlossen und bekommt von dort auch frisches Wasser. Möglich wurde dies durch einen Durchstich unter der Uferstraße. Das Bauwerk wurde gestern offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Dieser Durchlass sorgt ab sofort dafür, dass der Prinz-Karl-Wörth mit Rheinwasser versorgt wird. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 01.12.2015 | Text: Gereon Hoffmann | Foto: Lenz)

Prinz-Karl-Wörth hatte zuvor nur eine kleine stromabwärts geöffnete Mündung. Der stromaufwärts gelegene ehemalige Zufluss des Altrheinarms war verschlossen. Ob das durch Tullas Rheinbegradigung oder schon zuvor auf natürlichem Weg passiert ist, wisse man heute nicht mehr, sagte Altrips Bürgermeister Jürgen Jacob. Über die vergangenen Jahrzehnte sei eine Verlandung des abgeschnittenen Altrheinarms zu beobachten gewesen. Von der Insel, die man von der Uferstraße aus sieht, habe früher kaum etwas aus dem Wasser geragt.

Der Durchstich ist 15 Meter lang und hat rund zwei Meter Durchmesser. Er soll nun bis zu fünf Kubikmeter Wasser (5000 Liter) pro Sekunde dem Wörth zuführen. Dadurch sollen die Verlandung aufgehalten und die Qualität des zuvor stehenden Gewässers verbessert werden. Zudem möchte man damit den Altrheinarm ökologisch aufwerten, der sowohl mit seinem Wasser als auch seinen Uferzonen als Heimat vieler Tiere und Pflanzen dienen soll. Geplant hat das Bauwerk das Ingenieurbüro IPR Consult.

Die ökologische Aufwertung ist auch das Ziel der europäischen Wasserrichtlinie, weshalb es auch EU-Fördergelder für das Projekt gibt. Die Kosten von 541.000 Euro übernimmt zu 90 Prozent das Land, das dafür Geld von der EU bekommen wird. Den Rest trägt die Verbandsgemeinde Waldsee (die im nächsten Jahr Rheinauen heißen wird), in deren Zuständigkeit das Bauwerk fällt.

Mit den Gesamtkosten liegt das Ergebnis sogar 1000 Euro unter der ersten Kostenschätzung der Bauabteilung, berichtete Jacob. Verbandsbürgermeister Otto Reiland (CDU) lobte die Ausführung durch die Baufirma Scherer aus Germersheim. Während der acht Monate dauernden Bauphase sei eine Vollsperrung der Uferstraße nie nötig geworden, der Weg zur Fähre daher immer frei gewesen.

Ursprünglich sei der Baubeginn für das Spätjahr 2014 geplant gewesen. Die Arbeiten hätten sich dann allerdings bis in die ökologisch sensible Phase des Frühjahrs gezogen, weshalb der Baubeginn um ein halbes Jahr verschoben wurde. Entgegen der Bedenken mancher Naturfreunde, sieht Jacob darin einen Gewinn für die Natur. Insbesondere das Fällen von Eichen sei kritisiert worden. Für die gefällten Bäume seien jedoch bereits junge Eichen gepflanzt, sagte Jacob.

Überlegungen für einen weiteren Durchstich zum Rhein gibt es am Horren, einem abgeschnittenen Altrheinarm im Süden Altrips, sagte Jacob. Hier sei die Lage ähnlich wie zuvor am Prinz-Karl-Wörth.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 1. Dezember 2015 | Text: Gereon Hoffmann | Foto: Lenz)
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