Dekorative Freude für Künstler und Gäste

Hobbykünstler-Ausstellung im Reginozentrum gut besucht – 26 Aussteller präsentieren Malerei, Handarbeit und mehr

Die Altriper Hobbykünstler haben sich am Wochenende mit ihren kreativen Werken bei ihrer alljährlichen und mittlerweile 39. Ausstellung einem großen Publikum präsentiert. 26 Aussteller zeigten ganz verschiedene Bereiche, Materialien und Techniken kreativen Schaffens. Insgesamt kamen laut Veranstalter rund 1000 Besucher am vergangenen Samstag und am Sonntag ins Reginozentrum. Die Ausstellung kam wieder sehr gut an, die Teilnehmer waren zufrieden, sagt Ernst Schneider, Sprecher der Altriper Hobbykünstler.

Weihnachtliche Floristik und Dekoration: Michelle Schönherr (links) mit Besuchern an ihrem Stand bei der 39. Hobbykünstler-Ausstellung. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 04.11.2015 | Text & Foto: Mechthild Möbus)

Iris Schneider hat sich von Büchern getrennt, um aus ihnen etwas Dekoratives für die Wohnung herzustellen. Aus den Seiten hat die gelernte Buchhändlerin zum Beispiel Vögel ausgeschnitten und aus ihnen Dekoketten gestaltet. Was andere Menschen achtlos in die Tonne werfen, verarbeitet Schneider zu Körben und Teelichtern. Aus Kaffeekapseln stellt sie die Dekoartikel her. Aluminium sei ja ein für die Umwelt bedenklicher Stoff, „auf diese Weise wird er wiederverwertet“, erklärt die Altriperin.Kaffeekapseln dienen auch Melanie Bappert als Grundlage. Bei ihren Ketten, Ohrringen und Broschen entdeckt der Besucher erst auf den zweiten Blick, was dahintersteckt. „Ich trinke selbst gar keinen Kaffee aus Kapseln, sondern bekomme die Kapseln von Freunden und Bekannten“, erzählt sie.

26 Aussteller haben sich diesmal an der Hobbykünstler-Ausstellung beteiligt. Langjährige Mitglieder ebenso wie zwei neue Teilnehmer stellen ihre Malerei, Handarbeiten, Dekoartikel aus Holz, Keramik, Stoff und Naturmaterialien und vieles mehr an den von ihnen mit viel Aufwand gestalteten Tischen aus – eine reichhaltige und abwechslungsreiche Palette künstlerischen Schaffens, wie auch Ernst Schneider, der Sprecher der Altriper Hobbykünstler in seiner Begrüßungsrede betont. Auch Ortsbürgermeister Jürgen Jacob hebt anerkennend die Vielfalt der Ausstellung hervor. Zudem lobt er den sozialen Aspekt, denn der Reinerlös aus der Veranstaltung komme einem guten Zweck in Altrip zugute.

Auf die Frage, was nun Kunst eigentlich ist, hat Ernst Schneider als Sprecher der Altriper Hobbykünstler in seiner Eröffnungsrede eine ausführliche Antwort: „Wenn man erkennt, welche Fähigkeiten in einem schlummern, wenn man diese Fähigkeiten aktiviert und den Versuch macht, die Fähigkeiten zu realisieren, sie zu verbessern und sich selbst damit identifiziert, dann ist das Kunst.“

Jeder habe Fähigkeiten, um nicht nur sich selbst, sondern auch anderen eine Freude zu bereiten, betont Schneider. Das gelingt den kreativen Männern und Frauen mit ihren liebevoll dekorierten Ständen, an denen die Besucher gerne verweilen, die handgearbeiteten Produkte bewundern und mit den Ausstellern ins Gespräch kommen.

So auch bei Britta Merz. Bei ihr geht es ebenfalls um Wiederverwertung. Aus Jeanshosen näht sie Taschen und ist zum ersten Mal bei der Hobbykünstlerausstellung vertreten. Bei den Besuchern kommen ihre originellen und farbenfrohen kleinen und größeren Taschen gut an. „Eine tolle Idee“, findet eine Besucherin, „Taschen kann man ja nie genug haben.“

Welche Kunstwerke an der Nähmaschine entstehen können, zeigen auch weitere Hobbykünstlerinnen mit ihren Patchworkarbeiten, Babyaccessoires, Fahrradtaschen aus Wachstuch und vielem mehr. Wer ein Kleid für den Ball oder ein ausgefallenes, historisches Kostüm für Fasnacht sucht, wird bei Petra Fürwitt fündig. Die Altriperin nimmt nur alle zwei Jahre an der Ausstellung teil, weil ihre Näharbeiten schon einige Zeit in Anspruch nehmen – so wie das Kleid für die Hauptrolle im jüngsten Musical der Rheinfinken – ein unverkäufliches Ausstellungsstück, das die Darstellerin als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat.

Zum ersten Mal dabei ist Vivian Schweikert. Die Freude an der Herstellung von dekorativen Gestecken aus Holz und anderen Naturmaterialien entdeckte sie eher zufällig: „Ich hatte mal vor Weihnachten Gestecke als Geschenke für Verwandte und Freunde gemacht, die gut ankamen“, erzählt sie.

Inzwischen fertigt sie auch Anhänger und Kränze für Türen und Adventskränze an. Weihnachtliche Deko-Artikel und Krippen bildeten einen Teil der Ausstellung: „Wir wollen aber keine reine Weihnachtsausstellung bieten, sondern breitgefächerte Hobbykunst“, betont Sprecher Ernst Schneider. Zudem sei ihnen auch Qualität wichtig, was auch seitens der Besucher anerkannt werde.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 4. November 2015 | Text & Foto: Mechthild Möbus)
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