Wo schwer beladene Lastkähne stromaufwärts ziehen

Spitze der Prinz-Karl-Wörth-Insel lädt mit Rundumblick auf Altrhein und Rhein zum Verweilen ein

Mein besonderer Platz im Grünen liegt in Altrip an der Spitze der Prinz-Karl-Wörth-Insel - zu erreichen mit dem Fahrrad oder zu Fuß - wobei ich die Anfahrt bis zur Fähre mit dem Auto empfehle. Wer dem Schild zur Fähre folgt, kann sein blaues Wunder erleben. An sonnigen Tagen ist der Rhein tiefblau und das Wasser funkelt, als würden sämtliche Rheingold-Diamanten auf dem Strom treiben. Die Straße zur Fähre ist von einer alten Platanenallee gesäumt. Die Autos und Fahrräder fahren unter den Platanen durch wie unter einem grünen Dach, durch das Licht scheint. Die Zweige scheinen auf der Uferseite fast den Strand zu berühren.

Da lässt es sich aushalten: Mensch und Hund genießen den friedlichen Nachmittag. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 03.08.2005 | Text: Mechthild Möbus | Foto: privat)

Wer mit dem Auto kommt, kann an der Fähre parken und zu Fuß die rund eineinhalb Kilometer bis zum Rastplatz zurücklegen. Der Weg am Rhein entlang liegt sowohl morgens als auch nachmittags im Schatten und - wohltuend bei der schwülen Hitze - hier am Wasser geht immer ein leichtes Lüftchen. Leider ist das Ufer auf Mannheimer Seite mit den Anlagen des Großkraftwerks kein idyllischer Anblick, aber dafür ist die Prinz-Karl-Wörth-Insel auf Altriper Seite als Naturschutzgebiet umso schöner. Nichts ist eben perfekt auf dieser Welt. Bei niedrigem Wasserstand gibt der Rhein etliche Meter breite Sandbänke frei. Eine Möwe pickt im Sand nach Essbarem. So ruhig ist es am Wochenende nicht, wenn Ausflügler hierher kommen und ein Sonnenbad auf dem Sandstrand nehmen, während Kinder im flachen Wasser plantschen.

Nach etwa einem Kilometer endet endlich die Industrieanlage auf der gegenüberliegenden Seite, parallel dazu geht am pfälzischen Ufer der Sandstrand in ein mit großen Quadersteinen aufgeschüttetes Ufer über, das für Hund und Mensch den Zugang zum Wasser zu einer mühseligen und auch gefährlichen Klettertour macht - können sich doch die Vierbeiner an ihren Pfoten verletzen.

Das Ziel des kurzweiligen Spaziergangs entlang des Rheins liegt an der Mündung eines Altrheinarmes in den Rhein. Hier endet auch der Weg auf einem kleinen Rundplateau, von dem aus sich Lastkähne und große und kleine Freizeitschiffe beobachten lassen. Unterhalb des Plateaus lädt ein umgefallener Baum als improvisierte Bank zum Verweilen ein. Von hier aus ist der Motorbootclub mit seiner Anlegestelle zu sehen. Der Althrein liegt still und träumerisch vor meinen Augen wie in einem Aquarell. Natürlich haben schon viele Spaziergänger außer mir den Reiz dieses kleine Fleckchens entdeckt - und einige haben leider auch die Reste ihres Picknicks hier gelassen. Wie gesagt, nichts ist leider perfekt auf dieser Welt!

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 3. August 2005 | Text: Mechthild Möbus | Foto: privat)
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