Bald wird gesägt

Blutbuche am Altriper Reginodenkmal muss wegen Pilzbefall gefällt werden

In der kommenden Woche wird in Altrip eine Firma die Blutbuche am Reginodenkmal an der protestantischen Kirche in der Ludwigstraße fällen. Eine fachkundige Untersuchung hatte ergeben, dass der mehr als 100 Jahre alte Baum unter einem Pilzbefall leidet und die Fäule sich schon sehr weit ausgebreitet hat.

Im Auftrag der protestantischen Kirche untersucht ein Baumkontrolleur jährlich die Bäume auf dem Gelände der Kirche und des Kindergartens. Bei seiner Untersuchung sowie auch bei Arbeiten des gemeindlichen Bauhofs war der Pilzbefall an der Blutbuche – eine der beiden Bäume am Reginodenkmal – entdeckt worden, berichtet Pfarrer Alexander Ebel auf Anfrage. Das erste Mal war das im Dezember 2019.

Ein Pilz macht es notwendig, eine der beiden Blutbuchen am Reginodenkmal zu fällen. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 05.03.2020 | Text: Mechthild Möbus | Foto: Lenz)Man habe sich entscheiden müssen, die Buche zu fällen, weil das mit dem Baum verbundene Risiko für Passanten, den Straßenverkehr, das nachbarliche Fachwerkhaus und den 800 Jahre alten, ebenfalls denkmalgeschützten Kirchturm nicht länger tragbar sei. „Einfach gefallen sei der Schritt sicherlich nicht“, sagt Ebel. Denn die Blutbuche ist als Naturdenkmal ausgewiesen und wurde 1911 gepflanzt, als das Reginodenkmal eingeweiht wurde.

Die Verkehrssicherheit der Blutbuche sei bereits bei den regelmäßigen Kontrollen auf dem Kirchen- und Kitagelände erstmals vor drei Jahren untersucht worden, berichtet Pfarrer Ebel. Seinerzeit hatte die Kreisverwaltung ein weiteres Gutachten gefordert, das dann auch erstellt wurde. Zu diesem Zweck sei am Boden ein Areal freigegraben und eine Starkwurzel entdeckt worden, die zuvor nicht sichtbar war. „Die Bodenwiderstandsmessungen sahen da noch okay aus, sodass nach menschlichem Ermessen ein Kronensicherungsschnitt ausreichend erschien, um den Baum noch erhalten zu können“, stellt Ebel dar.

Erst Ende 2019, Anfang 2020 seien im zurückgeschnittenen Kopfholz des Baums ganz oben Pilzkörper gefunden worden, die erfahrungsgemäß darauf hinweisen, dass sich der Pilz mittlerweile im ganzen Baum ausgebreitet habe. Daraufhin wurde ein Bohrkern im wurzelnahen Bereich über der Bodenoberkante entnommen und untersucht – mit dem Ergebnis, dass sich die Fäule bereits weit ausgebreitet hatte. Die Kreisverwaltung hatte daraufhin der Kirchengemeinde eine außerordentliche Genehmigung für die Fällung erteilt. Eine Westheimer Firma wird sich dieser Aufgabe nun annehmen.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 5. März 2020 | Text: Mechthild Möbus | Foto: Lenz)
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