Wie ein Ritterschlag für die wilden Reiter

An Fronleichnam steigt das 48. Sandbahn-Rennen am Altriper ''Ei'' - Riss will ''Goldenen Römer''

Seit 1977 wartet einer der kleinsten deutschen Motorsport-Vereine stets an Fronleichnam mit dem größten Ereignis dieses Genres in Kreis und Stadt Ludwigshafen auf. Am bevorstehenden Donnerstag ab 13 Uhr ist es wieder so weit: Der MSC Altrip veranstaltet sein international besetztes Sandbahn-Rennen, nach Herxheim das zweite dieses Jahres und das 48. insgesamt.

Wie ein Ritterschlag für die wilden Reiter (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 16.06.2000 | Text: ifw | Foto: Kunz)

Auf dem 100000-Quadratmeter-Gelände der Gewanne Vierzigmorgen, exakt: auf 702,5 Metern Rennstrecke geht es dann wieder rund. Das heißt, eigentlich geht es oval: Die Altriper Sandbahn-Piste ist wegen ihrer zwei unegalen und daher schwer zu nehmenden Kurven als ''Ei'' international gefürchtet.

Obschon ein Rennen ohne weltmeisterliches Ambiente, steht ein Triumph in Altrip in der Wertskala der Fahrer ganz weit oben. Die Haupttrophäe ''Goldener Römer von Altrip'' ist so etwas wie der Ritterschlag für die ''wilden Reiter'' des Motorrad-Rennsports. Der Ausnahmepilot Gerd Riss will ''das Ding'' am 22. Juni 2000 zum siebten Mal seit 1992 gewinnen. Denn eins steht fest: Altrip adelt, in dieser Branche zumindest.

Die Renntage des 1952 gegründeten Motorsportclubs Altrip, der in den Vierzigmorgen zunächst zwei Gelände- und dann vier Motocross-Veranstaltungen austrug, sind im Grund der einzige Daseinszweck des 120-Mitglieder-Vereins. Mindestens genau so wichtig ist auch das, was ''soziale Komponente'' genannt wird. Und was den MSC auszeichnet: Viele Altriper fühlen sich derart gut von dem Verein angesprochen, dass sie sich alljährlich Wochen lang mit Rennvorbereitungen beschäftigen. Der seit 25 Jahren als erster Vorsitzender tätige Karl Martin Gensinger sagt dazu: ''Wir haben mehr Helfer als Clubangehörige, zwischen 150 und 170 Leute schaffen auf und an der Bahn.'' 

Neben einer Reihe von Sponsoren, stets gut für Beiträge im Wert von 150 bis 1500 Mark, und der durchaus vertretbaren Eintrittsgebühr von 15 Mark (acht Mark für Kinder) sind die Gratis-Helfer/innen absolut überlebenswichtig für den Verein. Kostet doch ein Renntag an die 100.000 Mark. Darin enthalten sind übrigens neben den Fahrergeldern auch 4000 Mark für die immer wieder aufzutragenden rund 150 Tonnen speziellen Rennpistensands. 

Den überwiegenden Teil der Kosten bringt die Bewirtschaftung an den sechs Verkaufsständen und der Halle ein. Die Rechnung, überschlagen: Bei etwa 6000 zu erwartenden Besuchern gehen an die 5000 Portionen Essen über die Tresen, dazu 70 Kuchen, von der Vereinsrevisorin Doris Haag unter Altriper Frauen ''organisiert''. Und jeder Menge Getränke. Im Zeichen der Straßenverkehrssicherheit in den vergangenen Jahren mehr und mehr alkoholfreie.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 16. Juni 2000 | Text: ifw | Foto: Kunz)
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