Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Bauhofmitarbeiter und Initiative „Altrip blüht“ legen weiteren Birnbaum in Altrip frei –
Obstbaumschneidekurs an zwei Terminen

Haben die Altriper ein Abonnement auf freizustellende alte Birnbäume? Vergangenes Jahr wurde am Altrheinarm Prinz-Karl-Wörth ein von zahlreichen Bäumen und Sträuchern zugewucherter, mehr als 150 Jahre alter Veteran aus seinem Dornröschenschlaf geholt. Nun war ein Birnbaum am Rande des Waldparks nahe des Rheindamms an der Reihe.

Da muss Alexander Schmidt mit der Motorsäge ran. Er schneidet den alten Birnbaum frei. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 24.02.2020 | Text: Rainer Rausch | Foto: Lenz)„Die Ahornbäume müssen sowieso weg. Sie haben alle die unheilbare Rußrindenkrankheit“, erklärt Lutz Pfeuffer, Leiter des Bauhofs Altrip, zu Beginn der Aktion. Mit schwerem Gerät rückten seine Mitarbeiter Uwe Seitz und Frank Spitzenberger am Donnerstag zusammen mit weiteren Kollegen den wild unter dem Birnbaum aufgegangenen Ahornbäumen zu Leibe.

Derweil widmeten sich Peter Preis, Rolf und Brigitte Dählke von der Initiative „Altrip blüht“ den rund um die Birne wachsenden Schlehen, Brombeeren und Hartriegeln. Das anfallende Schnittgut schichtete Irmgard Neugebauer sorgsam zu einem Totholzhaufen auf. „Ein Unterschlupf für Igel“, sagt sie lächelnd.

Der letztes Frühjahr freigelegte Birnbaum hat einen Stammumfang von 2,40 Metern. Damit kann der Baum vom Donnerstag sehr gut mithalten: Ermittelt wurde mit einem Maßband nicht nur ein Umfang von 2,15 Metern, sondern gleichzeitig auch ein Durchmesser von respektablen 69 Zentimetern.

Um welche Sorte es sich bei dem hoch nach oben geschossenen Baum mit dem eichenartigen Stamm handelt, lässt sich frei nach dem Bibelspruch „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ erst dann feststellen, wenn reife Birnen am Baum hängen. Sehr wahrscheinlich ist es keine empfindliche Tafelsorte, sondern eine robuste Wirtschaftsbirne. Bei dem Exemplar am Prinz-Karl-Wörth handelt es sich um die Oberösterreichische Weinbirne.

„So ein alter Baum hat einen hohen ökologischen Wert“, hebt Dieter Neugebauer hervor. „Auf den Blüten finden sich neben der Honigbiene zwölf verschiedene Wildbienenarten, darunter die Rotfransige Sandbiene, die Frühlings-Seidenbiene und die Gehörnte Mauerbiene, ein“, so der federführende Aktive von „Altrip blüht“. Hinzu kommen bei dem knorrigen Veteran zahlreiche Hohlräume als Unterschlupf- und Nistmöglichkeit für Vögel, Fledermäuse und Siebenschläfer.

Bei einer zünftigen Brotzeit wurde der freigemachte Baum anschließend von den Teilnehmern der Aktion ausgiebig bewundert – und von der Vogelwelt gleich in Beschlag genommen: Ein angeflogener Fasan ließ es sich nicht nehmen, die Birne aus nächster Nähe zu beäugen. 
 

TERMIN
An den Samstagen 29. Februar und 7. März bietet die Initiative „Altrip blüht“ Bürgern an, bei der Aktion „Obstbaumschneiden unter professioneller Anleitung“ mitzumachen. Zusammen mit den Teilnehmern werden vom Land Rheinland-Pfalz ausgebildete Baumwarte aus Schifferstadt, Hochdorf-Assenheim und Schallodenbach (Kreis Kaiserslautern) die Pflege von Altriper Streuobstbäumen durchführen. Treffpunkt in Altrip ist jeweils um 9.30 Uhr am Wertstoffhof/Bauhof, Am Waldpark 6. Die Veranstaltungen gehen bis zirka 14.30 Uhr. Für einen Imbiss ist gesorgt. Um eine Spende zur Deckung der Kosten wird gebeten. Ausweichtermin bei schlechtem Wetter ist Samstag, 28. März.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 24. Februar 2020 | Text: Rainer Rausch | Foto: Lenz)
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