Amerika und der Lockruf des Goldes

Auswanderer-Buch von Erich Schneider im Bürgerhaus vorgestellt – Drei Jahre recherchiert

Über ein voll besetztes Haus freuten sich die Veranstalter des Altriper Heimat- und Geschichtsvereins am Freitag bei einer Buchvorstellung im Bürgerhaus „alta ripa“. Die Zuhörer folgten dem Lockruf des Goldes, den der Buchtitel „Altriper Auswanderer nach Nordamerika“ suggerierte.

Bürgermeister Jürgen Jacob unterstrich in seiner Ansprache die Intension des ortsansässigen Autors Erich Schneider, mit seinem Buch „ein Mosaiksteinchen in der Geschichte Altrips zu bewahren“.

Der Heimat verbundene Schriftsteller, der mit diesem Werk bereits das zweite Buch dieses Genres veröffentlichte, blickt auf eine dreijährige Recherche zurück. Begonnen hat Schneider seine Nachforschungen im privaten Umfeld, auf öffentliche Quellen konnte er nicht zurückgreifen. „Ursprünglich hatte ich kein weiteres Buch geplant – und nun sind 160 Seiten daraus geworden“, umschreibt er sein umfangreiches Sammeln von geschichtsträchtigen Puzzle-Teilchen.

Dass Schneider auf die Hilfe des Heimat- und Geschichtsvereins zählen konnte, wurde auch durch die Ansprache des Vorsitzenden, Karl-Gerhard Schreiner, deutlich. Besonders beeindruckt zeigte sich dieser über die Fülle an historischen Dokumenten, die Schneider in Form von Fotografieren, Briefen und zeitgenössischen Originaltexten beigefügt hat.

Welch interessantes Potenzial dem Thema der Immigration zugrunde liegt, erklärte Referent Winfried Seelinger in seinem Vortrag über die Gründe der Auswanderung aus der Pfalz. Der Lehrer, der sich als „Hobby-Genealoge“ (Familienforscher) vorstellte, erwies sich rasch als kenntnisreicher Redner, der wortgewandt und kurzweilig die Hintergründe der Auswanderungswelle zusammenfasste.

Der damaligen Aufbruchstimmung im Sinne von „Jetzt ist die Zeit und Stunde da, wir reisen nach Amerika“ stellte er bedrückende Armutsbeweise der pfälzischen Bevölkerung des 18. Und 19. Jahrhunderts gegenüber. Überwiegend wirtschaftliche Notlagen – hervorgerufen durch Kriegsfolgen oder Missernten infolge klimatisch bedingter Katastrophen – zwangen die Menschen, sich neue Lebensbedingungen zu schaffen. Dass sich der ersehnte Traum von Freiheit im fernen Amerika erst Generationen später erfüllen sollte, ahnte damals wohl niemand.

Das aber zahlreiche Pfälzer (und einige Altriper) dazu beigetragen haben, wird in dem vorgestellten Buch anschaulich dokumentiert.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 25.  April 2005 | Text: bmx)
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