Als Lehrer Profit den Ehrgeiz anstachelte

Hobbykünstler feiern 15-Jähriges

Hätte der Lehrer Karl-Ludwig Profit nicht im Jahre 1975 für die „Albert-Schweitzer-Tage“ an der Altriper Grundschule die Hobbymaler des Landkreises zu einer Ausstellung eingeladen, dann könnten die „Altriper Hobbykünstler“ heuer mit Sicherheit nicht ihr Silberjubiläum feiern.

Der Ehrgeiz der einheimischen Hobbymaler wurde damals angestachelt. „Dafür brauchen wir eigentlich keine Auswärtigen“, war die Meinung von einer zunächst kleinen Gruppe Altriper Freizeitmaler. Flugs entschieden sich Theo Ehringer, Richard Keppel, Hartmut Kruschwitz, Heinz Schneider und Adi Tschlenek an der von Profit gemeinsam mit der Volkshochschule organisierten Ausstellung teilzunehmen. Das erfreuliche Ergebnis: die Maler kamen sehr gut an.

Unter der Leitung von Heinz Schneider formierte sich eine Interessengemeinschaft der Altriper Hobbymaler. Noch im Gründungsjahr fand die erste eigene Ausstellung statt. Gezeigt wurden in den ersten Jahren vorwiegend Exponate in Tusche und Kohle, Ölmalerei und Aquarelle. Zu der kleinen Malergruppe stießen sukzessive auch andere Hobbykünstler, die mit Metall, Papier, Holz oder Wolle arbeiteten. Ob Weihnachtskrippen, Scherenschnitte oder Drechselarbeiten – das Spektrum wurde immer breiter.

Die jährlichen Ausstellungen finden seit 1981 im Altriper Reginozentrum statt und aus der Gruppe der Hobbymaler wurden die „Altriper Hobbykünstler“. Obwohl sich die Gruppe regelmäßig trifft und „Neuzugänge“ eine Aufnahmegebühr zahlen, wollen sich die Freizeitkünstler nicht in einem Verein organisieren.

Seit 25 Jahren steht Heinz Schneider der Gruppe vor. Der 63-jährige Kraftfahrzeugmeister, der knapp 40 Jahre für den „Stern von Deutschland“ tätig war und nie eine Zeichenschule oder Kunstakademie besucht hat, ist ein ausgesprochener Autodidakt. Schon in frühester Jugend interessierte er sich fürs Malen und Zeichnen. Mittlerweile hat er an rund 30 Gruppen- und Einzelausstellungen teilgenommen, darunter auch in Altrips französischer Partnergemeinde Petit Rederching.

Die Palette seiner Maltechniken reicht von Öl-, Aquarell- und Portraitmalerei bis hin zu Zeichnungen mit Kohle und Pastell. Ganz besonders reizt ihn, von kleinen Fotos Porträts zu malen, vorausgesetzt die Augenpartie ist gut erkennbar. Eigentlich ist Heinz Schneider ein Technikfan, der nahezu überall zu finden ist, wo ein Flugzeug startet oder der zuhause am Computer Flugsimulation betreibt.

Natürlich“ ist er auch ein Autotüftler, dessen Verbesserungsvorschläge schon des Öfteren prämiert wurden. Auch nach seinem „Silberjubiläum“ bei den Hobbykünstlern denkt er noch lange nicht ans Aufhören. Mit seinem „Vize“, Ernst Schneider, bereitet er demnächst schon wieder die Jahresausstellung 2000 vor. Im kommenden Jahr feiert er dann mit seinen Weggefährten nochmals ein Jubiläum: Die 25. Ausstellung der Altriper Hobbykünstler in eigener Regie. Sonderaktionen sind dabei natürlich auch vorgesehen. Welche das sein werden, will er noch nicht verraten.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 26. April 2000 | Text: Wolfgang Schneider)
Diese Website nutzt Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website bieten zu können.