Der Kompaniestein bleibt als Erinnerung

Gemeinde Altrip und die Speyerer Soldaten beenden die Patenschaft – Urkunde zurückgegeben

Am 22. Juni wäre die Patenschaft zwischen der Gemeinde Altrip und den Pionieren der Speyerer Kurpfalzkaserne 25 Jahre alt geworden. Die Bundeswehrreform hat dem Jubiläum einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Standort Speyer wird geschlossen, die vierte Kompanie des Spezialpionierbataillons 464 zum Jahresende aufgelöst. Die Soldaten gaben am Montag daher im Bürgerhaus Alta Ripa die Patenschaftsurkunde zurück.

Abschied nach 25 Jahren: Jürgen Jacob bekommt von Hauptmann Tobias Lanzerath die Patenschaftsurkunde zurück. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 18.03.2015 | Text: fkk | Foto: Lenz)Altrips Bürgermeister Jürgen Jacob erinnerte an die Anfänge der Patenschaft, die über die Freiwillige Feuerwehr zustandegekommen sei. Ein vom Innenministerium zugeteiltes Mehrzweckboot habe 1990 einen Liegeplatz in einem ortsnahen Hafen gebraucht. Die Wahl fiel auf das Reffenthal. Die Gespräche mit der Bundeswehr verliefen so gut, dass der damalige Speyerer Standortkommandeur Jürgen Mantey Altrips Bürgermeister Willi Kotter den Vorschlag einer Patenschaft unterbreitete. Der Gemeinderat stimmte zu, und das Schwimmbrückenpionierbataillon 850 wurde Patenkompanie der Gemeinde.

„Sie haben uns bei vielerlei Aktionen, sei es mit Geräteschauen, bei Gemarkungsreinigungen, bei Kriegsgräbersammlungen, aber auch bei Notfällen tatkräftig unterstützt“, dankte Jacob den Soldaten. Altriper Bürger erinnerten sich beim anschließenden Umtrunk an den Austausch mit den Pionieren beim Fischerfest und anderen Veranstaltungen. „Ich bin gespannt, wer das jetzt übernimmt“, verwies Wilfried Schneider etwa auf die Teilnahme der Bundeswehr am Volkstrauertag.

Hauptmann Tobias Lanzerath und seine 30 Soldaten waren am Montag nicht mit leeren Händen nach Altrip gekommen. Während es für das Amtszimmer des Bürgermeisters das Kompaniewappen in Miniaturform gab, wiegt das Hauptgeschenk der Pioniere deutlich mehr: Der Kompaniestein erinnert ab sofort vor dem Bürgerhaus an die Begegnungen zwischen Soldaten und Bürgern.

„Der Zweck solcher Patenschaften ist es ja, die Bundeswehr in der Gesellschaft zu verankern und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, die Soldaten kennenzulernen und ihnen bei schweren Einsätzen moralisch beizustehen. Diese Patenschaft hat ihren Zweck erfüllt“, sagte Lanzerath. Jacob betonte, dass Altriper Bürger sich während der Bundeswehreinsätze in Afghanistan immer wieder bei ihm nach dem Wohlergehen der Soldaten erkundigt hätten.

„Sehr gerne hätten wir die Patenschaft, auch wenn es Sie nach Husum verschlagen hätte, aufrechterhalten“, sagte der Bürgermeister. Da die Kompanie aufgelöst wird, müssen die Altriper wohl oder übel auf die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und die unbürokratische Hilfe der Pioniere verzichten. 

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 18. März 2015 | Text: fkk | Foto: Lenz)
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