Der Hahn im Korb

Fabio I. schwingt bei den Altriper Wasserhinkle das Zepter

Selbst in der Fasnacht engagiert hat sich Fabio Casavecchia-d’Amico vorher nicht, dafür besuchte er aber schon immer Umzüge und andere närrische Veranstaltungen. Nun wird ihm eine besondere Ehre zuteil: Als erster alleiniger Prinz der Vereinsgeschichte darf er als Fabio I. die Karnevalsgesellschaft Wasserhinkle (KGW) durch die Kampagne führen.

Fabio Casavecchia-d’Amico ist Prinz Fabio I. und regiert derzeit die Karnevalsgesellschaft Wasserhinkle Altrip. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 18.02.2020 | Text: Markus Müller | Foto: Casavecchia-d’Amico/frei)Eines Tages mal Tollität eines Fasnachtsvereins werden – wovon viele Frauen schon als Mädchen träumen, ist Fabio I. zunächst nicht in den Sinn gekommen. „Doch nachdem ich einige KGW-Veranstaltungen besucht hatte, wurde der Gedanke immer interessanter“, erzählt er. Als ihn Präsident Sven Otterstätter schließlich fragte, ob er dieses Amt nicht mal ausüben möchte, hat der 22-Jährige die Gelegenheit genutzt: „Gesagt, getan.“

Das Reizvolle am Prinzenleben ist für den jungen Regenten, dass er fast jeden Tag mehrere Veranstaltungen besucht, er einfach er selbst sein kann und Spaß hat. Außerdem „liebe ich es, auf der Bühne zu unterhalten und neue Leute kennenlernen zu dürfen“. Da er mit den fasnachtlichen Abläufen nicht im Detail vertraut war, hat Fabio I. schon ein gutes Jahr vor Amtsantritt mit den Vorbereitungen begonnen, etwa mit den Fotoshootings und dem Verfassen seines Mottos.

Als erster Höhepunkt wird ihm die Krönung in Erinnerung bleiben: „Es war unbeschreiblich, so viele Leute zu sehen, die extra für mich gekommen waren“, berichtet der KGW-Prinz. Mit am schönsten ist es für ihn, mit den „sieben Zwergen“ unterwegs zu sein. Bei dieser märchenhaft anmutenden Truppe handelt es sich nach seinen Angaben um befreundete Fasnachtsprinzessinnen aus dem Kreis und aus Ludwigshafen. Es sei aber auch toll, andere Tollitäten zu treffen und mit ihnen zu feiern.

Und was halten seine Familie und seine Freunde von seinem hoheitlichen Amt? „Sie haben sich darüber gefreut, als sie erfahren haben, dass ich der Prinz der Wasserhinkle bin“, sagt Fabio I. Sie und seine Sponsoren unterstützten ihn sehr – egal, ob finanziell, als Fahrer oder wenn er mal ein bisschen Motivation benötigt. „Ihr macht das perfekt“, stellt er seinen Lieben ein prima Zeugnis aus, und ist glücklich, sie zu haben.

Und natürlich haben sie ihm auch bei der Wahl der angemessenen Prinzengarderobe zur Seite gestanden. „Für mich war der Kauf des richtigen Anzugs nicht einfach“, erinnert er sich. Denn: Das gute Stück sollte weder zu simpel noch zu pompös sein. „Es hat lange gedauert, etwas Passendes zu finden. Letztlich habe ich zwei Anzüge sowie diverse Hemden und Krawatten gekauft, in die ich mich direkt verliebt habe“, erzählt er. Dafür dankt er besonders Kim Sommer, Daniel Buchmann und Katja Keck, die ihn immer begleitet und beim Organisieren geholfen haben. Mit ihrer Hilfe sei ihm eine gute Kombination von Schwarz und der KGW-Farbe Lila gelungen.

Im bürgerlichen Leben verdient der 22-Jährige seine Brötchen als Chemikant in Speyer. Außerdem arbeitet er nebenberuflich als Fitnesstrainer und Ernährungsberater. „Dazu kommen noch meine ganzen Programme, die ich entworfen habe, um Menschen zum Beispiel mit Essstörungen und Depressionen zu helfen“, erklärt Fabio I. In seiner Freizeit treibt der Narrenprinz gerne Sport, geht mit seinen Freunden aus oder gönnt sich mit ihnen auch mal einen gemütlichen Abend. Dann spielt er zum Beispiel am liebsten Monopoly.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 18. Februar 2020 | Text: Markus Müller | Foto: Casavecchia-d’Amico/frei)
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