Die Bronchien, der Schleim und der Wein

Anheiternd-tiefschürfende Themen bei der Großen Prunksitzung der „Wasserhinkle“

Gaumenfreuden, Geschlechterkräche und diverse andere Skandälchen – die altbewährt-aktuellen Themen waren es wieder, die am Samstagabend das Altriper Regino-Zentrum bei der Großen Prunksitzung der „Wasserhinkle“ fast sechs Stunden zum Kochen brachten.

Wildes Wuseln über die Narrenbühne: Die „Hausfrauen und Hausmänner“ der Hinkle bei ihrem auch optisch beeindruckenden „Tanz der teuflischen Englein“. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 31.01.2000 | Text: csc | Foto: Lenz)

Nach der Eröffnung durch Präsident Lorenz Schäfer und die Kindergarde bestieg „Lottogewinnerin“ Brigitte Otterstätter die Bütt und berichtete vom neuen Lebensstil: „Mir hawwe ne Putzfraa und e Villa, samt ner Fußmatt aus Chinchilla.“ Parkett hingegen war es, über das Kindertanzmariechen und Vizepfalzmeisterin Scarlett Renner fegte. Viel Wind machte auch Playback-Sängerin Beate Hördemann, die ihren Zarah-Leander-Fummel von einem Ventilator aufmischen ließ.

Die Juniorengarde dagegen heizte die Stimmung auf – genau richtig für „de Hannes“ (Gass) und „de Mannes“ (Messemer). Die beiden legten die Finger in Bürgermeister Kotters Wunden, waren froh, dass der Dorfchef nach seiner „Bronchien“-Erkrankung wieder fit war. Bronchien? „A in de Zeidung hott doch gestanne, er hätt Probleme mim Schleim…“ Aber auch die „Schwarzen“ aus Ludwigshafen bekamen – zur Freude der „roten“ Bundesbeziehungsweise Landtagsabgeordneten Doris Barnett und Hannelore Klamm – ihr Fett ab. Vor allem „Jo Keller, Erfinder der Abhöraffaire“: „Der kriegt jetzt Essstäbche, dass er die Gosch als net so voll nimmt…“

Etwas wild über die Bühne wuselnd präsentierten sich die „Hausfrauen und Hausmänner“ der Hinkle mit ihrem „Tanz der teuflischen Englein“. Dann wurd‘s weinselig. Brigitte Müller erzählte, wie sie als „Weinkönigin“ ein Schiff ‘mal anders taufte: „Ich nemm die Flasch an de Hals! Es lebe die Schifffahrt, de Woi unn die Palz.“ Und nach einem Intermezzo der Seniorengarde berichtete Gatte Hans Müller von seiner Fahrt in der vollen Rhein-Haardtbahn, wo ihm ein kleiner Feger empfahl, das Klappern des Spazierstocks per Gummiüberzug zu unterbinden. Müllers Antwort: „Und wenn dein Vadder e Gummi iwwergezoge hätt, hätt ich jetzt en Sitzplatz.“

Passend kamen dann die „Hemshofkrähe“ mit den „Tramps vun de Palz“, ehe sich Nachwuchsstar Jochen Sippel als „Familiengeschädigter“ entpuppte, dessen Mutter vorneweg zwei Stunden im Schönheitssalon zubringt – zwecks Kostenvoranschlag… Das erträgt man nur mit einem „guden Palzwoi“, wie ihn „die drei Brados“ Herbert Geiger, Thomas Ritter und Gerd Öhlenschläger intonierten, ehe die gemütlich gebaute Maria Lammer eine „singende Oma“ mimte. Nach 35 Jahren Abschied von der Bütt nahmen dann die „Fidelen Nachbarn“ Horst  Stock und Manfred Baumann, die beide das „kleine Abitur“ besitzen: „Acht Jahr Volksschul unn de Danzkurs.“

Unter das Motto „Bella Italia“ stellten die Wasserhinkle-Aktiven ihre Songshow, fesche Regenkostüme dagegen präsentierte die Seniorengarde beim Schautanz. Dazwischen durfte Hans Schmitt in der Bütt die fortan aufgebrachte Damenwelt („Ihr Fraue, bissl ruischer“) auf diverse Weise anmachen. Furioses Finale schließlich: Die Guggemusik der „Schnoogebatscher“ aus Karlsdorf.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 31. Januar 2000 | Text: csc | Foto: Lenz)
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