Lateinischer Gruß und römische Gewänder

Römerausstellung erweckt „alta ripa“ zu neuem Leben – Fortsetzung folgt am Wochenende

Bei der Ausstellung „Die Römer in Altrip“ begrüßte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Gerhard Schreiner, am Samstag die Gäste in Latein mit „Salve“. Zusammen mit der Gemeinde hat der Verein in den vergangenen Wochen die bisher einzige repräsentative Römerausstellung in der Rheingemeinde zusammengetragen.

Leihgaben aus Speyer, Rheinzabern, Neckarau und vom Nationaltheater Mannheim machten die Schau erst möglich. Stellvertretend für viele helfende Hände hob Schreiner das Engagement der „Ausstellungsleiterin“ Elke Knöppler hervor, die in römischem Gewand und mit entsprechender Haartracht sofort ins Auge fiel. Bürgermeister Jürgen Jacob meinte, die Helfer seien so eifrig ans Werk gegangen, als ob sie das alte „alta ripa“ hätten neu erstellen wollen.

Die Ausstellungsbesucher bestaunten römisches Glas und schwarze Keramik. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 24.01.2005 | Text: Wolfgang Schneider | Foto: Lenz)

Schon im Vorfeld hatte Jacob viele Anfragen erhalten und freute sich über die große Besucherschar, darunter auch Bürgermeister Otto Reiland aus der Nachbargemeinde Waldsee. Dass die Kleiderwelt der Römer bunt war, bewies etwa die ausgestellte Kleidung einer Bürgerin, bei der ein kräftiges Gelb und Blau auffielen, während ein Senator in vornehmer Schlichtheit nur Weiß mit Rot trug.

Auf Tafeln war nachzulesen, dass die Römer zum Färben nur Pflanzenfarben benutzten und bei den Stoffen Baumwolle und Leinen vorherrschte. Zwar gab es auch Seide, doch die galt als „unanständig“, da sie zu viel vom Körper erkennen ließ. Die Altriper erfuhren, dass lange Zeit der Stiefsohn von Kaiser Augustus, Drusus, als Gründer des Dorfes galt, dabei war es kein Geringerer als Kaiser Valentinian 1.

Neben einem Kastellmodell wurde erstmals in Altrip auch ein Modell des rechtsrheinischen Burgus gezeigt. Jede Menge Münzen, römisches Glas, schwarze Keramik und Terra sigillata wurden in Vitrinen gezeigt. Eine Töpferin bot Nachbildungen der originalen römischen Keramik an. Großen Anklang fanden die Kleidervorführung und Anprobe durch das Publikum sowie diverse Spiele in einem eigenen Spielezimmer. Sogar ein Großfoto der einzigen Monumentalstatue von Valentinian I., die in Barletta in Süditalien steht, gibt es zu bewundern.

Nicht nur Kinder beteiligten sich an einem Preisrätsel. Ältere Altriper rät selten ebenso vor Fotos der örtlichen Kastellgräber. Zur leiblichen Stärkung nach all den vielen Eindrücken erfreute sich eine eigens eröffnete Taverne regen Zuspruchs.

INFO
Am kommenden Samstag, 14 bis 19 Uhr, und Sonntag, 11 bis 18 Uhr, wird die Römer-Ausstellung im Bürgerhaus „alta ripa“ fortgesetzt.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 24. Januar 2005 | Text: Wolfgang Schneider | Foto: Lenz)
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