Der Fels und der Kleine

Wer sich hinter den Patronen der katholischen Kirche in Altrip verbirgt – In Fenstern des Gotteshauses abgebildet

Die katholische Kirche Altrip hat schon seit mehr als 500 Jahren die Apostel Petrus und Paulus als Schutzheilige. Das heutige Gotteshaus ist freilich neueren Datums, es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde 1955 geweiht. Die Namenspatrone hingegen haben die Jahrhunderte überdauert und erstrahlen in der Kirche in einem ganz besonderen Licht.

Nach den Aposteln Petrus und Paulus benannt: die katholische Kirche in Altrip.   (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 02.05.2019 | Text & Foto: Christine Kraus)Simon Petrus stammte aus Galiläa und war einer der ersten Jünger Jesu. Wie sein Bruder Andreas war Simon zunächst Fischer. Nach dem Neuen Testament traf Jesus eines Tages am Ufer des See Genezareth auf die beiden Brüder und forderte sie auf, ihm nachzufolgen. So wurden Simon und Andreas die beiden ersten Jünger. In den Evangelien wird Simon als der erste unter den Aposteln, den zwölf wichtigsten Jüngern Jesu, dargestellt. Oft ist er es, der für die anderen Apostel mit Jesus spricht. Der gibt ihm den Namen „kefa“, was auf aramäisch, der Sprache, die Jesus sprach, Fels bedeutet. Nach dem Tod und der Auferstehung Jesu leitete Petrus zunächst die Urgemeinde der frühen Christen in Jerusalem, wo er mehrfach mit den römischen und jüdischen Obrigkeiten in Konflikt geriet. Später gründete er die erste Gemeinde von Christen in Rom und wurde der erste Bischof der Stadt. Das Grab Petri befindet sich angeblich unter dem Petersdom.

Der Apostel Paulus war keiner der zwölf Apostel Jesu. Er wurde wohl im ersten Jahrhundert in Tarsus als Saul geboren. Zunächst war er ein jüdischer Gelehrter, der die Christen verabscheute und verfolgte. Auf einer Reise nach Damaskus erschien ihm Jesus, der ihn fragte, warum er seine Anhänger verfolge. Von diesem Ereignis schwer getroffen, begann er, als Missionar der frühen christlichen Gemeinden zu wirken. Er trug nun den lateinischen Namen Paulus, was „der Kleine“ bedeutet. Es ist nicht geklärt, ob er sich selbst diesen Namen nach seiner Bekehrung gegeben hat, um sich wegen seiner früheren Taten zu erniedrigen. Jedoch bezeichnet er sich in einem seiner Briefe als den „Geringsten unter den Aposteln“.

Petrus und Paulus trafen sich wohl mehrfach und sollen der Legende nach zusammen vor Kaiser Nero gesprochen haben. Ihr Gedenktag ist der 29. Juni. An diesem Tag im Jahr 258 sollen die frühen Christen Roms die Gebeine der beiden Heiligen vor dem römischen Kaiser in Sicherheit gebracht haben. Das Attribut von Petrus sind zwei Schlüssel, denn Jesus soll zu ihm gesagt haben: „Dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreichs“. Paulus wird mit dem Schwert, durch das er gestorben ist, dargestellt.

In Altrip sind die Namenspatrone in zwei Fenstern des Gotteshauses entsprechend abgebildet.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 2. Mai 2019 | Text & Foto: Christine Kraus)
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