Frischer Schwung nach Jubiläums-Marathon

Ein sehr alter Ort und ein junger Bürgermeister: Den Jahresrück- und -ausblick für das 1650 Jahre alt gewordene Altrip übernimmt Volker Mansky. Er hat so manchen Dauerbrenner „geerbt“ – den Kampf gegen den Polder und gegen den Lärm der Mannheimer Schrottbetriebe etwa. Eine Lösung scheint für das Ärztehaus in Sicht. Und dem „Patienten“ Neuhofener Altrhein geht es wohl besser.

Das stolze Ortsjubiläum hat Altrip im vergangenen Jahr viele Veranstaltungen beschert. Und für den Wasserturm gab es ein aufgefrischts „Outfit“.   (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 07.01.2020 | Text: Ulrike Minor | Foto: Lenz)

Dass Volker Mansky ausgerechnet im Jubiläumsjahr zum Bürgermeister gewählt worden ist, hat für den parteilosen „Neuen“ schon eine besondere Note. Hat der Ur-Altriper doch selbst bei der Planung der zahlreichen Veranstaltungen im Vorfeld kräftig mitgemischt. Und da gilt sein Dank vor allem dem unermüdlichen Alois Eitl. Beim Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins sind alle Fäden für die rund 80 Veranstaltungen und Veröffentlichungen des Jubiläumsprogramms zusammengelaufen. Ob das „tolle Konzertwochenende“, die Valentiniansstele und -ausstellung, der große Umzug zum Fischerfest – ja, auch die Kerwe sei ein „Knüller“ gewesen. „Es ist alles gut angenommen worden“, ist der neue Bürgermeister noch immer begeistert.

Volker Mansky   (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 07.01.2020 | Text: Ulrike Minor | Foto: Mansky)Der 42-jährige selbstständige Elektrotechnikmeister und Familienvater hat zum 1. Juli die Amtsgeschäfte von Jürgen Jacob übernommen. „Alles neu“, sagt er und lacht. Dabei ist Mansky seit Jahrzehnten bereits ehrenamtlich aktiv, als Vereins- und Verbandsvorsitzender oder als Feuerwehrmann etwa. Jetzt als Bürgermeister. „Da ist alles dabei“, beschreibt er seine ersten Erfahrungen. Von der Bürgerbeschwerde über den Nachbarn, „der die Gass net kehrt“, bis zu den großen Themen und eben den Dauerbrennern.

Ein Projekt, das lang ersehnte Ärztehaus, könnte jetzt mit einiger Verzögerung auf die Zielgerade einbiegen – die aber in eine andere Richtung führt als bisher vorgesehen. Nicht auf dem Gelände des Alten Friedhofs, sondern nun doch auf dem ehemaligen Supermarktgelände an der Goethestraße soll jetzt gebaut werden, nachdem der bisherige Investor von dem Projekt Abstand genommen hat. „Ganz wichtig ist für uns, dass wir den Ärzten eine Perspektive aufzeigen und sie im Ort halten“, bekräftigt Mansky, „das muss vorwärts gehen und jetzt endlich abgehakt werden“.

Abhaken – das würden die Altriper gerne auch das eine oder andere juristische Problem. Das Klageverfahren wegen der lärmenden Schrottbetriebe auf der gegenüberliegenden Mannheimer Rheinseite etwa. „Das ist nach wie vor hier ein echtes Thema“, sagt Mansky. Er geht davon aus, dass im neuen Jahr endlich Einsicht in die Genehmigungsakten erreicht werden kann. Aber das sei ja dann nur der erste Schritt. Und das Erörterungsverfahren in Sachen Polder stehe an, „dann sehen wir, wie es weiter geht“.

Apropos Rhein: Die Fähre über den Fluss ist heiß begehrt, der Verkehr „extrem vermehrt“ seit dem „Riesenproblem mit der Hochstraße“, sagt Volker Mansky. Die Fähre fahre quasi im Dauerpendelverkehr, das Personal sei stark gefordert. „Das ist glücklicherweise ein sehr gut funktionierendes Team“, lobt Mansky. Viel Fährverkehr bedeutet aber auch viel Autoverkehr mitten durch den Ort. Die Anwohner seien stark belastet, „wir sind an einer Grenze, wo es wehtut“. Hier müsse man Lösungen suchen.

Lösungen braucht es auch im Falle der fehlenden Kinderbetreuungsplätze. Altrip braucht eine neue Kita, die soll am Feuerwehrgerätehaus entstehen. Das dauert noch, „wir haben aber schon 2020 nicht genug Plätze“. Eine provisorische Lösung mit Containern, in denen jetzt noch die Schulkinderbetreuung angesiedelt sei, sei in Arbeit, sagt der Bürgermeister. Mansky will sich außerdem den Waldkindergarten in Schifferstadt und dessen Konzept ansehen.

Ein Dauerpatient ist offenbar auf dem Weg der Besserung: der Neuhofener Altrhein. Der liegt Volker Mansky nicht nur als Altriper und als Bürgermeister, sondern auch als langjähriger Vorsitzender des Sportanglervereins am Herzen. „Es geht langsam aufwärts“, beschreibt Mansky den Zustand des Gewässers, das in der Vergangenheit mit Fischsterben, Bakterienbefall und Sauerstoffmangel immer mal wieder zum Sorgenkind wurde. Die Tiefenwasserentsorgung zeige schneller Wirkung als gedacht, sagt der Bürgermeister. Dabei wird sauerstoffarmes Wasser aus tieferen Schichten ab- und in den Rhein gepumpt. Der Patient bleibt unter ständiger Beobachtung, aber entwickle sich positiv.

Am Mittwoch wird der Ortschef nun seinen ersten Neujahrsempfang als Gastgeber über die Bühne bringen. Fürs erste halbe Amtsjahr zieht er für sich eine positive Bilanz: „Ich fühle mich gut aufgehoben, es macht einen Heidenspaß.“ Auch wenn die Arbeit als nebenamtlicher Ortschef und Inhaber eines Handwerkerbetriebs nicht gerade wenig ist – seine Vereinsaktivitäten will Mansky gerne beibehalten, etwa am Vatertag Fische verkaufen, bei der Kerwe Schweinepfeffer servieren oder beim Auf- und Abbau von Kerwe oder Weihnachtsmarkt „auf dem Stapler sitzen“.

TERMIN
Neujahrsempfang am Mittwoch, 8. Januar, 18 Uhr, Reginozentrum.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 7. Januar 2020 | Text: Ulrike Minor | Fotos: Lenz, Mansky)
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