Einst Schutz vor den Barbaren

Historische Ausstellung zum Kastell Alta Ripa im Bürgerhaus eröffnet

Die östlichste Gemeinde der Pfalz, Altrip, feiert in diesem Jahr ihr 1650-jähriges Bestehen. Im Jahr 369 nach Christus erstmalig erwähnt in einer Lobrede auf Kaiser Valentinian ließ dieser das Kastell Alta Ripa anlegen. Reste der römischen Ansiedlung können in der Ausstellung „1650 Jahre Gemeinde Altrip – Valentinian I. und das Kastell Alta Ripa“ bestaunt werden. Die Eröffnung ist vergangenen Samstag gewesen.

Das Kastell Alta Ripa wurde von Valentinian angelegt, um an der damaligen Einmündung des Neckars auf der zivilisierten Rheinseite den wilden Barbaren auf dem östlichen Ufer den Weg zu versperren. Nach knapp 40 Jahren war das Kastell am Ende, denn jede Mauer ist nur so gut, wie die Leute, die sie verteidigen. Und die Rheingarnison wurde in den politischen und militärischen Wirren der Spätantike abgezogen, so dass die Barbaren problemlos über den zugefrorenen Rhein marschieren und das Kastell erobern konnten.

Alois Eitl, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Altrip, bietet Führungen durch die Ausstellung an. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 21.11.2019 | Text & Foto: cplo)Exponate zu dieser Zeit können in der historischen Ausstellung zum Gemeindejubiläum besichtigt werden. Neben Dauerleihgaben vom Historischen Museum der Pfalz wie eine bronzene Öllampe in Vogelform sind auch einige Exponate speziell für diese Ausstellung von Speyer nach Altrip gebracht worden, zum Beispiel eine Helmklappe eines Legionärs. Außerdem gibt es im oberen Stock des Bürgerhauses diverse Modelle und Nachbildungen der damaligen Anlage zu sehen. Und auf etlichen Aufstellern können Besucher zum Leben in der Spätantike interessante Details erfahren.

Zur Eröffnung übernahm Alois Eitl vom Heimat- und Geschichtsverein Altrip auch gleich die ersten Führungen. Dabei erfuhr der Besucher Interessantes zur Gründung des Kastells als Teil der Limes-Grenzbefestigung, über die militärische Bedeutung und über vorgelagerte Verteidigungswerke. Aber auch Luftbilder des modernen Altrip sind in der Ausstellung zu sehen. Interessant ist dabei auch die auf einer Rheininsel angelegte Kleinfestung, Burgus genannt, die wohl die Funktion eines Wachturms hatte und womöglich eine Schiffbrücke über den Rhein beschützte. Bisher gibt es allerdings keine hieb- und stichfesten Beweise für ein solches Bauwerk bei Altrip, erläuterte Alois Eitl.

All die geschichtlichen Informationen konnten anschließend am Kuchenbüfett im Erdgeschoss verdaut werden. Zudem bot der HGV auch Deftiges wie Schmalz- und Leberwurstbrote an. Und mit einem Elbling gab es auch den passenden Wein dazu. Die Rebsorte wurde bereits bei Plinius dem Jüngeren (62-115) erwähnt und kam mit den Römern in die Pfalz, wie Alois Eitl erklärte. Die Flaschen am Samstag waren aber ein aktuellerer Jahrgang. 

NOCH FRAGEN?
Die Ausstellung „1650 Jahre Gemeinde Altrip – Valentinian I. und das Kastell Alta Ripa“ ist auch am kommenden Wochenende, 23. und 24. November, von 11 bis 18 Uhr im Altriper Bürgerhaus Alta Ripa zu sehen. Ebenso ist diese wochentags von 18 bis 20 geöffnet. Der Heimat- und Geschichtsverein Altrip bietet regelmäßige Führungen an. An den Wochenenden gibt es im Museumscafé Kaffee, Kuchen, Hausmacher auf dem Brot aus dem Altriper Brotbackhaus und Getränke. Der Eintritt ist frei.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 21. November 2019 | Text & Foto: cplo)

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