Gold, Glück und das Gesetz

Rheinfinken führen das Musical „Die Goldmarie von Altrip“ auf – Gelungene Premiere

Mit „Die Goldmarie von Altrip“ haben die Rheinfinken Anregungen aus der Altriper Ortsgeschichte in einem Musical verarbeite. Anlass war das Ortsjubiläum „1650 Jahre Altrip“. Die Uraufführung vergangenen Sonntag im Reginozentrum war ein voller Erfolg.

Das Musical „Die Goldmarie von Altrip“ der Rheinfinken ist ein Märchen, verwoben mit der Ortsgeschichte Altrips. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 14.11.2019 | Text & Foto: mmö)Zunächst stimmte Coro piccolo, der Jugendchor der Rheinfinken, aufs Musical ein. Der Chor interpretierte einfühlsam ein Kinderlied von Benjamin Britten sowie die von Chorleiterin Christiane Schmidt vertonten Gedichte von Josef Guggenmoos und Christian Morgenstern – ebenfalls zwei Uraufführungen. Zum Auftakt des Stücks sangen die Kinder – „Wer hier lebt, weiß: woanders könnt's nicht schöner sein“ – eine Hommage an dir Heimatgemeinde. Gekleidet in historischen Gewändern im Stil der Altriper Tracht schafften sie es mühelos, die Zuschauer ins Altrip vor rund 300 Jahren zu versetzen. Ebenso das gelungene Bühnenbild mit Fachwerkhäusern, dem Turm der evangelischen Kirche und den Rheinauen.

Am Rhein trafen sich die Frauen und Mädchen zum Wäschewaschen – und zum Tratschen. Mit Liedern heiterten sie sich auf, etwa mit „Zeigt her eure Füße“. Die jungen Darsteller besangen und spielten dabei trefflich, wie beschwerlich die Arbeit damals war. Besonders schwer hatten es aber die fünf Töchter einer verarmten Fischerfamilie. Die Mädchen mussten den Haushalt übernehmen, denn die Mutter war schwer krank. Doch mit der Rolle wollten sie sich nicht ganz abfinden: „Immer müssen wir arbeiten und die Jungen dürfen in die Schule. Wir wollen auch lesen und schreiben lernen!“ Ihr Vater (Johanna Ammer) hatte zwar Verständnis, vertröstete sie aber auf bessere Zeiten.

Wie bald diese anbrechen würden, ahnte niemand. Und hier knüpft das Musical an die Heimatgeschichte an. Goldwäscher versuchten seinerzeit an den Ufern des Rheins ihr Glück. Dort war auch Marie (Marlene Ammer), eine Tochter des Fischers, unterwegs. Sie fand im Sand glitzernde Steine: „Das sind echte Goldkörner“, riefen die Schwestern begeistert, als „Goldmarie“ ihren Fund zeigte. Auch zuhause war die Freude groß: „Das ist ein Wunder – die Sorgen haben ein Ende.“ Die Familie hatte nun Geld für Schulbücher für die Mädchen und für Medizin für die Mutter.

Die wollte der Vater am nächsten Tag in Speyer besorgen, doch dort wurde er verhaftet. Denn: Goldfunde müssen von Rechts wegen beim Schultheiß abgegeben werden – und der verurteilte den Fischer zu einer harten Kerkerstrafe. Doch die Altriper legten ein gutes Wort für die vom Schicksal gebeutelte Fischerfamilie ein. Und als sogar Marie dem Schultheiß ihre geliebte Puppe schenken wollte, ließ er Gnade vor Recht ergehen. Der Fischer kam frei.

Mit einem Riesenapplaus bedanken sich die Zuschauer für die tolle Aufführung. Neben den Sängern haben die Musiker Manuel Jandl, Mathias Buchta und Tobias Nessel mitgewirkt. Christiane Schmidt hatte die Komposition übernommen, Ursula Mellinghaus die Texte geschrieben und Petra Fürwitt die Kostüme geschneidert.

„Das war ganz toll, was die Rheinfinken auf die Bühne gebracht haben“, sagte Zuschauerin Kerstin Ehringer begeistert. Auch Ortsbürgermeister Volker Mansky war beeindruckt: „Bärenstark! Die Aufführung gefiel mir sehr gut. Es ist toll zu beobachten, wie sich die Kinder im Lauf der Jahre gemacht haben.“

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 14. November 2019 | Text & Foto: mmö)

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