Beim Feiern ein Stückchen näher zusammengerückt

 

Altrip feiert drittes Interkulturelles Fest – „Der Pianist aus den Trümmern“ eröffnet mit einem Konzert die Veranstaltung

„Miteinander“ – der Titel des dritten Interkulturellen Festes in Altrip war wieder Programm. Besucher verschiedener Herkunft haben zusammen gefeiert, gegessen, gute Musik gehört und eine Lesung erlebt. Schon am Eröffnungsabend beim Konzert des palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad am vergangenen Freitag war das Bürgerhaus Alta Ripa proppenvoll, am Samstag war Familientag.

Aeham Ahmad aus Syrien wurde bekannt als „Der Pianist aus den Trümmern“. (Quelle: DIE RHEINPFALZ - 26.09.2019 | Text & Foto: dkr)Eingeladen hatten wieder das örtliche Kulturforum, das Bündnis für Toleranz und Vielfalt und das Netzwerk Asyl. Die Mitorganisatoren Peter Stepien und Imke Krüger waren schon bei der Eröffnung der Veranstaltung erfreut über das rege Interesse. Es spielte Aeham Ahmad. Der Sohn eines blinden Geigers, hatte 2014/15 internationale Aufmerksamkeit erregt. Er wurde als „Der Pianist aus den Trümmern“ bezeichnet, weil er während der Belagerung im Bürgerkrieg inmitten der Ruinen des zerstörten Yarmouk, eines Stadtteils von Damaskus, mit öffentlichen Auftritten gegen den Hunger protestierte. Er wollte so den Menschen seines Viertels wieder Hoffnung geben. Die Lieder des sympathischen Künstlers, die er am Flügel spielend sang, waren teils sehr gefühlvoll, teils auch kraftvoll. Seine Stücke aus der Heimat klangen mitunter befremdend, dennoch gelang es ihm, das Publikum zum Mitsingen mitzureißen. Aber auch bei deutschen Weisen wie „Die Gedanken sind frei“ waren die Besucher mit dabei. Andächtiges Lauschen hingegen herrschte bei der Lesung aus Ahmads Buch „Auch die Vögel werden singen“. David Birkenmayer las sehr ausdrucksstark drei Kapitel daraus vor, wobei die Zuhörer viel Interessantes über den mittlerweile in Deutschland lebenden Künstler erfuhren, etwa über seine Entwicklung zum Musiker und die damals in Syrien herrschenden Lebensumstände.

Auch das Festprogramm am Samstagnachmittag war sehr gut besucht. Obwohl viele Angebote eher auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten waren, hatten auch die Erwachsenen dabei ihren Spaß daran, wie zum Beispiel beim Mitmachzirkus „Paletti“. Bei diesem konnten die Teilnehmer kleine Kunststücke einüben, etwa auf dem Drahtseil laufen oder jonglieren. Am Ende durfte man das Eingeübte einem willigen Publikum vorführen. Groß war auch das Interesse beim Herstellen von traditionell handgemachtem Marmorpapier unter Anleitung von Susanne Wolf-Kaschubowski. An anderer Stelle konnte erlernt werden, wie man den eigenen Namen auf Arabisch schreibt.

All die kreativen und künstlerischen Angebote konnten auch die Senioren genießen. Die Veranstalter hatten für die Bewohner des Altriper Pflegeheims extra einen Fahrdienst bestellt. So konnten sie sich zum Beispiel im „Café International“ im Bürgerhaus bei verschiedenen Kuchensorten, Kaffee und Gebäck mit anderen Besuchern unterhalten. Für einen schwungvollen Ausklang des Festes sorgte am Samstagabend das Konzert des Ensembles „BallaBalla“. Die Musiker unterschiedlicher Herkunft boten „Afrobeat, der Jazz zuzwinkert“. Das Publikum war begeistert und tanzte mit. Mit diesem Fest unter dem Motto „Miteinander“ wollen die Initiatoren einen Ort der Kultur und Begegnung für die Neubürger mit und ohne Migrationshintergrund sowie die alteingesessenen Bürger der Gemeinde schaffen. Und das ist den Organisatoren wiederholt gelungen. Imke Krüger, aktiv bei allen drei Kooperationspartnern, und auch die andern Vorstandsmitglieder des Kulturforums waren mit der dritten Auflage des Festes sehr zufrieden, konnten sie doch an beiden Tagen in viele lachende und entspannte Gesichter bei den Besuchern verschiedener Herkunft schauen. 

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz regional - 26. September 2019 | Text & Foto: dkr)

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