Ruder an Ruder

Bei der 16. Ortsregatta in Altrip haben am Samstag 23 Teams dem Regen getrotzt und auf dem grau-trüben Rhein gegeneinander gekämpft. Ruder an Ruder. Meter für Meter. Gewonnen haben blaue Bärchen, fixe Feuerwehrmänner und wahre Wikinger. Helm ab.

Keine Hotpants, trotzdem heiß: Die Red Hot Chili Paddlers (vorne) kämpfen gegen eine Mannschaft des TuS Altrip. | Foto: Lenz

Bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung. Auf der 16. Ortsregatta in Altrip gibt es am Samstag irgendwie beides. Bei Regen und herbstlichen Temperaturen rudern die 23 Teilnehmer-Teams tapfer in ihren sehr kreativen, aber teilweise auch sehr freizügigen Team-Kostümen. Den Titel „Altriper Ortsmeister 2019“ kann sich beim Finalrennen der Männer über 500 Meter die Freiwillige Feuerwehr Altrip sichern. Bei den Damen rudern sich die „Promille-Bärchen“ an die Spitze. Neben den Siegern der Ruder-Wettkämpfe wird wie immer auch das beste Kostüm prämiert. Hier können sich, passend zum nordischen Wetter, Wikinger durchsetzen.

„,Altriper Ortsmeister 2019’ – nichts ist wichtiger als dieser Titel!“, heizt Moderator Thomas Götz Zuschauern wie Teilnehmern an. Bei dauerhaftem Regen werden auf der mittlerweile 16. Ortsregatta des Kanu-Clubs Altrip (KCA) nicht nur die Teams in den Booten nass. Davon lassen sich die meisten Menschen am Ufer des Rheins aber nicht die Laune verderben. Vor dem Clubhaus am Ufer haben die Mitglieder ein großes Zelt aufgestellt, um die Zuschauer wenigstens beim Essen und Trinken trocken zu halten. „Gefühlt sind es heute zwar weniger Besucher – doch die Tische unter dem Zelt sind voll“, meint Yannick Krüger, der für die Rennsportabteilung des Clubs verantwortlich ist.

Die Besucher kommen aber nicht bloß wegen Schorle und Bratwurst, sondern um die Amateur-Ruderer anzufeuern. Insgesamt 23 Teams mit je sechs Personen gehen dieses Mal unterhalb des Bootshauses an den Start. Nach den ersten Renndurchläufen auf Zeit starten am Nachmittag die Finalläufe. Hier treten jeweils die vier Mannschaften mit der besten Zeit im direkten Rennen gegeneinander an. Auf 500 Meter können sie dann beweisen, wer sich den Titel verdient hat. Wegen des Wetters trauen sich nicht allzu viele direkt an den Rheinstrand, doch mit Regenschirmen bewaffnet feuern trotzdem einige Unverdrossene ihre favorisierte Mannschaft an. Lautstarke Unterstützung gibt es dabei auch von Thomas Götz. Unter seinen Anfeuerungsrufen begeben sich die Mannschaften auf dem Rhein in Position. „Wenn alle in einer Reihe liegen, startet ihr im Katapult-Start“, ruft er durch sein Mikrofon den Teams zu. Tatsächlich sind diese bei den Final-Rennen extra motiviert. Mit kräftigen Ruderstößen geht es Richtung Ziel, ganz wichtig dabei: die synchrone Bewegung der Kanu-Crew.

Nach nicht mal zwei Minuten ist so ein Finalrennen dann auch schon beendet. Und die Sieger müssen natürlich ordentlich gefeiert werden. Der KCA hat für die richtige Stimmung am Abend die Band „Dubbeglasbrieder“ aus Frankenthal und DJ Crazy Crusher engagieren können.

Nicht blau, aber lila und mit schicker Frisur: Die Damen des Teams Lila warten auf ihren Einsatz im Kanu. | Foto: LenzDas Besondere an der Altriper Ortsregatta sind aber nicht allein die Ruder-Wettkämpfe, sondern auch die witzigen, teilweise sehr ausgefallenen und auch ganz schön wetteruntauglichen Kostüme, in denen die Teams an den Start gehen. Neben oberkörperfreien Rettungsschwimmern gibt es Rockabilly-Girls mit Föhnfrisuren, Supermodels in Hotpants und sogar unerschrockene Gallier. Die Kostümierungen sind mittlerweile Pflicht und werden vom KCA mit einem extra Preis prämiert. Gewinner des Kostüm-Wettbewerbs ist in diesem Jahr die Gruppe „PKW-Vikings 369“ mit Wikingerbärten und –helmen. Die Favoriten der zweiten Mannschaft des TuS Altrip mit dem Motto „Asterix und Oberlix“ gehen leer aus. Macht nix. Die sechs Männer sind schon seit acht Jahren bei der Regatta dabei und lassen sich jedes Jahr etwas Neues für die Kostüme einfallen. „Das Ganze ist aus einer Bierlaune heraus entstanden – genau wie unsere Kostüm-Ideen“, scherzt Miraculix, der eigentlich Gilles Reiber heißt. Die Altriper freuen sich schon auf die Regatta im nächsten Jahr – bei hoffentlich besserem Wetter – damit auch die Föhnfrisuren der Mädels halten.

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 19. August 2019 | Von Elisia Ruiz | Fotos: Lenz)
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