Die ganz großen Gefühle

Toni di Napoli und Pietro Pato besingen die Liebe – Tränendrückermomente in Altrip

Tatsächlich sind es ja nur zwei Tenöre, nicht vier – die in Altrip auf der Bühne stehen. Die „4“ der Tenöre4you steht, ganz im modernen Internet-Denglisch, für „for“. Zwei Tenöre für Dich heißt das also. Wie schön. Zumal Toni di Napoli und Pietro Pato im Reginozentrum eine perfekt durchchoreografierte Show bieten mit Musical- und Filmmelodien, klassischem Pop und italienischen Canzonen und Schlagern.

Italiener sind die beiden übrigens nicht. Hinter den Künstlernamen stecken die bulgarischen Sänger Tony Tchakarov und Plamen Patov. | FOTO: LENZItaliener sind die beiden übrigens auch nicht. Hinter den Namen stecken die beiden bulgarischen Sänger Tony Tchakarov, Typ breitschultriger strahlender Operntenor, und Plamen Patov, eher Musical- und Popsänger. Aber die italienischen Künstlernamen passten wohl einfach besser zum Repertoire. Dass beide in je ihrer Sparte ausgezeichnete, gut ausgebildete Sänger sind, kann man in Altrip hören.

Eigentlich sind es keine Duette im üblichen Sinn, die die beiden präsentieren. Sie singen abwechselnd, der eine fängt an, an passender Stelle macht der andere weiter, während der erste quasi verschwindet, indem er sich vom Publikum wegdreht. Die beiden unterschiedlichen Stimmen harmonieren erstaunlich gut miteinander. Und sind technisch aufeinander eingespielt – genauso wie auf die eingespielte Begleitmusik und die filmische Begleitung auf einer Riesenleinwand hinter ihnen.

Darauf sind die passenden Film-Ausschnitte zu sehen, etwa vom „Paten“, während sie den Titelsong singen, oder von „Titanic“, während das herzzerreißende „My Heart Will Go On“ erklingt. „The Prayer“, womit sie ihr Programm beginnen, bekommt als Begleitfilm Bilder der Weihnachtsszene einer modernen Bibelverfilmung. „You Raise Me Up“ ist mit viel irischer Küstenlandschaft im Hintergrund zu hören. Neben „Volare“, dem Song „Caruso“ von Lucio Dalla, „Buona sera“ und „Arrivederci Roma“ gibt es auch italoamerikanische Titel aus den 50er-Jahren wie „That's Amore“ , damals von Dean Martin gesungen, oder „Que sera“ von Doris Day.

„Memory“ aus dem Musical „Cats“ fehlt ebenso wenig wie eine kleine Zusammenstellung aus dem „Phantom der Oper“. Sogar die Beatles sind vertreten, mit „Let it be“, und Frank Sinatras „My way“. Angst vor den ganz großen Gefühlen haben die beiden jedenfalls nicht. Und sie setzen auf Tränendrückermomente. Und populäre Musik, gleich welchen Genres, lebt ja auch von den großen Emotionen. Es scheint, dass die beiden genau diese Songs selber lieben, so viel echtes Gefühl legen sie hinein.

Ein Höhepunkt war „Nessun dorma“, die Tenor-Arie aus Puccinis Oper „Turandot“, Glanznummer von Luciano Pavarotti, die jede Tenorstimme – sofern sie die schwierige Partie schafft – zum Schimmern und Glänzen bringt. Toni di Napoli schafft es mit Leichtigkeit und darf sich über den Beifallssturm der Zuhörer freuen. Hier hätte keiner mithalten können, aber bei anderen Liedern animieren sie immer wieder zum Mitsingen, Mitsummen oder Klatschen, und die Altriper, offenbar nicht wenige im Chorgesang geübt, machen gerne und mit offensichtlichem Spaß mit. 

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 26. März 2019 | Von Andrea Dölle)

 Weitere Bilder vom Konzert der Tenöre4You finden Sie unserem Jubiläumsfotoalbum.

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