Faible für Geschichte mitgebracht

Altrip: Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzender Alois Eitl vielfältig aktiv – Auch für Ortsjubiläum

Die Beschäftigung mit Geschichte hat’s ihm angetan. Und noch bevor Alois Eitl 2009 von München nach Altrip zog, sei er bereits in den Heimat- und Geschichtsverein eingetreten, gibt er zu Protokoll. Er hat sich tatkräftig eingebracht in die Gemeinschaft, deren Vorsitzender er seit 2012 ist. In Sachen Geschichte hat er auch noch eine vereinsübergreifende Aufgabe übernommen: Er schultert mit einem Arbeitskreis die Organisation des im kommenden Jahr anstehenden Jubiläums „1650 Jahre Altrip“.

„Altrip? Alles meins!“: Mit dieser Feststellung gratuliert Luise Rheinschnake zum Jubiläum. FOTO: WIP„Leben auf dem Dorf funktioniert nicht anonym“, so einfach ist Alois Eitls Begründung für sein vielfältiges Engagement im Ort. Beruflich betreibt er hier eine Werbeagentur. Im Heimat- und Geschichtsverein (HGV), der 1995 gegründet wurde, aktuell rund 170 Mitglieder zählt und eine eigene Trachtengruppe hat, hat der heute 56-Jährige in den knapp zehn Jahren seines Wirkens in der Pfalz schon Manches mitangestoßen. Ein überregional bekanntes und nachhaltiges Projekt darunter ist das Altriper Brotbackhaus. Die Liebe zum selbst gebackenen Brot und die Erinnerung an bayerische Backhäuser gaben ihm den Anlass, sich für das Projekt einzusetzen, erinnert sich Eitl. Aber es gab eine Menge Mitstreiter und Sponsoren. Und so konnten durch eine Baustein-Aktion 8000 Euro an Spendengeldern aufgebracht und viel Eigenleistung für das insgesamt circa 13.000 Euro benötigende Projekt investiert werden. 2012 wurde das Backhaus gebaut, seitdem ist jährlich ein Mal Backhausfest und monatlich ein Mal Backtag, bei dem von den Teilnehmern – aus einem Radius bis Bad Bergzabern, wie Eitl anmerkt – vorbereitete Teige gebacken werden. Da kommen jeweils zehn bis 15 Personen und es werden um die 30 Brote gebacken. Außerdem gibt’s im Jahreslauf Kurse zum Brotbacken und Aktionstage mit Kindergärten und Schule.

Ein weiteres bedeutendes HGV-Projekt ist die Informationsstätte Kastell Alta Ripa in der Ludwigstraße, die 2014 eingeweiht werden konnte. Hier finden sich Infotafeln zum und Relikte aus der Zeit des Römerlagers, das der Ursprung des heutigen Dorfs am Rhein ist. Eine weitere sichtbare Erinnerung an die römischen Ursprünge ist in Vorbereitung, verrät Eitl: Im kommenden März soll die 2,50 Meter hohe Valentinian-Stele präsentiert werden, die den römischen Kaiser bekannt machen soll, der Alta Ripa hat gründen lassen.

Die Aktivitäten und die Präsenz des HGV im Altriper Dorfleben haben ihm, so bilanziert Eitl, seit 2012 eine Verdopplung der Mitgliederzahl beschert. Der Verein nimmt an verschiedenen Festen und Märkten teil, organisiert jedes Jahr Ausstellungen, darunter die schon traditionelle Hobbykünstlerausstellung, die aktuell am ersten Novemberwochenende stattfindet, gibt immer wieder auch Schriften heraus. Dazu gehört auch eine neue Chronik, die 2020 erscheinen und auch eine Dokumentation des Jubiläumsjahres enthalten soll.Alois Eitl | ARCHIVFOTO: LENZ

Es lag nahe, dass der HGV-Vorsitzende sich intensiv in die Vorbereitung des Jubiläums kniete, das die 1650-jährige Ortsgeschichte feiert. Die Kerngruppe zur Organisation sei ein Quartett, berichtet Eitl, besetzt mit Ortsbürgermeister Jürgen Jacob, Volker Mansky, Thomas Heinz und ihm selbst. Die Vorbereitungen laufen schon seit zwei Jahren, das Logo zum Jubiläum konnte nach einem entsprechenden Wettbewerb bereits im Mai 2017 präsentiert werden. Zeugnis vom Erfolg und vom Umfang der Arbeit der Arbeitsgruppe legt das jetzt erscheinende 112 Seiten starke Jahresprogramm. Das listet, beginnend mit einem ökumenischen Gottesdienst am Neujahrstag und dem Neujahrsempfang der Gemeinde am 9. Januar mit dem offiziellen Festjahrs-„Kick-off“, 70 Veranstaltungen auf, sowohl chronologisch als auch nach Veranstaltungsart und Veranstalter geordnet. „Da sind Konzerte dabei, Jazz, Rock, Lesungen, Sportveranstaltungen – die Vereine machen mit“, sagt Eitl. Die meisten Veranstaltungen seien bei freiem Eintritt zu erleben. „Wo es Eintritt kostet, haben wir den bewusst unter 20 Euro gehalten“. Zu den Höhepunkten gehört ein Open-Air-Wochenende im Waldpark am 28. und 29. Juni, bei dem freitags die „Anonyme Giddarischde“ auftreten und samstags „Los Dos Y Companeros“ lateinamerikanische Rhythmen und bayerische Texte verbinden. Ein Wochenende drauf steht das traditionelle Fischerfest ganz im Zeichen eines Jubiläumsfestes und bringt einen entsprechend prächtigen Fischerfestumzug auf Altrips Straßen.

Zu haben sind auch eine Reihe von Artikeln mit Festlogo, wie Pins, Taschen oder Shirts. Und in Altrips Straßen jetzt schon zu sehen sind Glückwünsche aus verschiedenen Epochen zum Dorfgeburtstag, etwa auf bunten Bannern vorm Rathaus. | wip

INFO
Das Festprogramm ist bei den Bürgerbüros in den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Waldsee zu beziehen. Am 3. Dezember beginnt dort auch der Vorverkauf für alle eintrittspflichtigen Jubiläumsveranstaltungen. Kartenbestellung ist auch über die Homepage www.altrip-feiert-2019.de möglich

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 3. November 2018)