Mit Volldampf ins Jubiläumsjahr

Vorbereitungen für 1650-Jahr-Feier von Altrip laufen – Musikwochenende und Festumzug – Valentinian-Statue wird enthüllt

Ortsjubiläen feiern einige Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis derzeit. Aber kein Dorf ist so alt wie Altrip: 1650 Jahre alt wird die traditionsreiche Rheingemeinde im kommenden Jahr. Die Vorbereitungen auf das Programm laufen schon lange auf Hochtouren. Und das kann sich bereits sehen lassen. Rund 60 Veranstaltungen stehen bisher im Festkalender. Höhepunkte werden ein Musik-Wochenende im Juni 2019 und ein großer Umzug zum Fischerfest sein.

Alois EitlAltrip putzt sich heraus. Der Wasserturm, das Wahrzeichen, ist saniert und frisch gestrichen. „1650 Jahre ist ja auch ein stolzes Alter“, sagt Alois Eitl mit einem Lächeln. Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins hat die Organisation des Ortsjubiläums in die Hand genommen, gemeinsam mit einem Team aus engagierten Bürgern, wie er sagt. Schon vor einem Jahr ist das Jubiläumslogo bei einem Wettbewerb auserkoren worden: Den charakteristischen Wasserturm zeigt es, dazu die Aufschrift „1650 Jahre“ und „Altrip 369-2019“. Und: Die Turmuhr zeigt 16.50 Uhr, passend zum „stolzen Alter“. Das von der Neuhofenerin Yvonne Siener entworfene Logo ziert nun alle Programme und Plakate, dazu Aufkleber, Pins, Flyer und vieles mehr, was mit dem Jubiläum zu tun hat. Eitl hat auch ein Farbkonzept mit den Hauptfarben blau und gelb entworfen, für ein einheitliches „Jubiläums-Bild“. Als Inhaber einer Werbeagentur kennt der 57-Jährige sich mit sowas schließlich aus.

Im und um das Bürgerhaus Alta Ripa werden sich viele Veranstaltungen abspielen. Immer dabei: das neugeschaffene Logo. Das Wahrzeichen der Rheingemeinde, der Wasserturm, ist schon „festtauglich“ verschönert. | Fotos: Lenz (1),Archiv Lenz (2), umi„Unser Grundsatz ist, dass wir ein Festjahr für alle machen wollen“, bekräftigt Eitl. Das bedeutet zum Einen, dass für alle Generationen der Altriper etwas dabei sein soll. Zum Anderen legen die Organisatoren Wert darauf, dass die geplanten Veranstaltungen möglichst kostenlos, auf jeden Fall aber zu günstigen Preisen zugänglich sein sollen, „das ist uns sehr wichtig“. Sponsoren werden bereits geworben, weitere Spenden sind natürlich gerne willkommen. Die Finanzierung sei soweit gesichert, dass der nötige Zuschuss der Gemeinde sich im Rahmen halte. „Dafür ist aber auch wichtig, dass der Zuspruch der Veranstaltungen gut ist“, betont Alois Eitl. Das gelte vor allem für die Konzerte am Musikwochenende.

An jenem Freitag und Samstag, 28. und 29. Juni, geht es Open Air rund im Waldpark. Freitags werden die Anonyme Giddarischde mit der Vorband Die Pälzer Krischer auftreten, samstags wird die auch international erfolgreiche Salsa-Band Los Dos Y Companeros aus Amberg kubanische Rhythmen mit bayerischen Texten nach Altrip bringen.

Ein weiterer Höhepunkt soll der Umzug zum Fischerfest am 7. Juli werden, der zum Jubiläum größer ausfallen soll als sonst. Auch andere Traditionsveranstaltungen, wie das Sandbahnrennen oder die Hobbykünstlerausstellung, werden im Zeichen des Jubiläums stattfinden. Dazu stehen Vorträge, Lesungen, eine Reihe weiterer Konzerte und Workshops im Programm. Und der, wegen dessen Aktivitäten die ganze Sause in Altrip überhaupt steigt, wird ebenfalls gewürdigt: Am 26. März des kommenden Jahrs wird am Bürgerhaus Alta Ripa ein Denkmal für den römischen Kaiser Valentinian enthüllt, der das Kastell Alta Ripa im Jahr 369 gegründet hat. „Nach 1650 Jahren wird es ja auch mal Zeit für ein Denkmal“, sagt Eitl lachend. Die rund 2,50 Meter hohe Stele wird geschaffen vom Harthausener Bildhauer Siegfried Keller. Zur Enthüllungsfeier gibt es römisches Essen und Musik auf nachgebauten antiken Instrumenten.

Für die Kinder gibt es das ganze Jubiläumsjahr über einen Lego-Wettbewerb, bei dem sie das Römerkastell bauen und Preise gewinnen können.

Apropos Kastell Alta Ripa: Wo dieses einst im heutigen Ortsgebiet stand, können die Altriper und ihre Gäste bald nachvollziehen. Die Umrisse werden mit blauer Farbe auf den Straßen und Plätzen markiert werden, verrät Eitl. Ein Architekt und ein Vermessungsingenieur würden gerade den Standort errechnen. Nicht einfach, denn die Straßenführungen waren verständlicherweise damals sehr verschieden – und der Flusslauf auch.

Wer das alles nachlesen will, kann das ab 2020 tun. Denn dann soll die neue Ortschronik erscheinen, die dann auch das bis dahin abgelaufene Festjahr dokumentieren wird.

KONTAKT
Ideen, Wünsche und Vorschläge für das Festjahr können gesendet werden per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!), per Post (Alois Eitl, Engelsstraße 7, 67122 Altrip) oder auf der Facebook-Seite (facebook.com/Altrip2019).

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 16. Mai 2018 | Von Ulrike Minor)