Todesfall bei Kerwe

Bei deftigen Speisen und kühlen Getränke feierten Altrips rechtsrheinische Nachbarn am vergangenen Wochenende ihre traditionelle Kerwe. Im Jahr 1937 gab es bei diesem Neckarauer Traditionsfest einen Todesfall.

Wappen von NeckarauRobert Greiß, mit 91 Jahren einer der ältesten Besucher erlebte bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Neckarauer Kerwe-Tradition. "Damals ging es auch ganz schön handfest zur Sache", erzählt er schmunzelnd.

"In der Zeit gab es in Neckarau 131 Wirtschaften, und in allen wurde gefeiert, Musik gemacht und getanzt", ergänzt Rolf Braun, Präsident und 1. Vorsitzender der veranstaltenden Neckarauer Narrengilde DIE PILWE. Der große Kerweplatz war allerdings auf dem Gelände des heutigen Spielplatzes an der Bahnunterführung von der Friedrichstraße zur Morchfeldstraße.

Robert Greiß stimmt zu und erinnert sich, dass nicht nur Neckarauer zum Platz strömten, sondern auch junge Burschen aus Altrip: "Die haben es auf unsere Mädels abgesehen." Das habe nicht selten zu handfesten Raufereien mit den Neckarauer Jungs geführt. 1937 sei gar einer niedergestochen wurden und ums Leben gekommen. Greiß kann nicht mehr sagen, ob es ein Neckarauer oder ein Altriper war, nur so viel, dass es der letzte Tote von mehreren aus den Jahren davor gewesen sei.

Zum Glück gehören diese Raufereien der Vergangenheit an und die jeweiligen Nachbarn von der anderen Rheinseite sind „hiwwe wie driwwe“ immer gern gesehene Gäste.

(Quelle: MANNHEIMER MORGEN - 30.08.2017 | Jan Cerny)