Rheinauen bieten viel Platz für Sportsfreunde

Gesundheitsversorgung in Altrip im Wesentlichen gut - Ein Drittel aller Vereine widmet sich dem Sport

Die Gesundheitsversorgung der Altriper ist mit fünf Allgemeinmedizinern in zwei Praxen und vier Zahnärzten gut, wenn auch nicht optimal. So fehlt nach Bürgermeister Jürgen Jacobs Einschätzung noch ein Kinderarzt.

Den rund 8.300 Einwohnern stehen in der Rheingemeinde zudem zwei Heilpraktiker- und vier Physiotherapie-Praxen zur Verfügung. Mit Medikamenten werden die Altriper durch zwei Apotheken versorgt. Eine Logopädin, eine Hebamme und ein Augenoptiker ergänzen das Angebot. Da immerhin zehn Prozent der Einwohner im Alter bis zwölf Jahren sind, hält Jacob die Ansiedlung einer Kinderarztpraxis für wichtig.

Die Niederlassung von Fachärzten der Bereiche Orthopädie und Innere Medizin wäre für die ältere und nicht mobile Bevölkerung wünschenswert. Allerdings habe die Gemeinde hier nur begrenzte Möglichkeiten der Einflussnahme. „Wir sehen uns da lediglich in der Rolle eines Bittstellers”, sagt Jacob. Den Beitrag der Kommune zur Gesundheitsversorgung sieht Jacob in der finanziellen und materiellen Unterstützung der Vereine, hier insbesondere der Jugendarbeit. Außerdem organisiert die Gemeinde Fachvorträge zur Gesundheitsversorgung bei der örtlichen Kreisvolkshochschule.

Die Altersgruppe der Kinder und Jugendliche sei im Sportbereich besonders gut abgedeckt. „Es vergeht kein Jahr, in dem nicht ein Pfalz-, Deutscher oder sogar Weltmeistertitel im Jugendbereich nach Altrip wandert”, sagt Jacob.

Besonders hervorzuheben seien die 1. Bundesligamannschaft der Gewichtheber des AC Altrip, die 1. Damen-Faustballmannschaft des VfB, die Oberligamennschaft der Herren des Tischtennisclubs, die Landesligamannschaft des TuS Altrips, der Kanuclub und der Reitclub. Für ihre Gesunderhaltung können die Altriper 23 Vereine besuchen, was bei 61 Vereinen insgesamt immerhin ein Drittel ausmacht. „Ein ausgewogenes Angebot mit einem guten Querschnitt”, urteilt der Bürgermeister. Angeboten werden unter anderem Wassersport, Ballsport, Reitsport, Laufsport und Kraftsportarten. Im Bereich des Breitensports finden sich viele Möglichkeiten wie Schwimmen, Wandern, Radfahren, Inlineskating oder Nordic Walking. „Bislang hat sich bei mir noch niemand darüber beklagt, dass er das eine oder andere Sportangebot vermisst”, sagt Jacob. „Sicherlich auch ein Verdienst unserer unvergleichlichen Rheinauenlandschaft”, ergänzt er.

Aktiv vor der Haustür: Einmal im Jahr findet das Altrheinschwimmen der Altriper DLRG am Neuhofener Altrhein statt. | FOTO: LENZ

Die Kreisvolkshochschule hält sich zwar bei der Fitness mit insgesamt nur drei Angeboten eher zurück. Dafür ist das Angebot an „Hatha-Yoga in allen Ebenen des Seins” mit immerhin 13 Kursen zu den verschiedensten Tageszeiten sehr breit gefächert.

Medizin aus dem Schrank

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sah die Gesundheitsversorgung in Altrip ganz anders aus. Es gab eine „Schrankdrogerie” in der Gaststätte „Rheinthal”, einen Medizinalverband und einen Bader, der sich neben seiner Tätigkeit als Frisör, Leichenbestatter und Nachtwächter auch im Zähne ziehen betätigte. Um die finanzielle Grundsicherung der Kranken kümmerte sich die „Gemeinde-Krankenkasse Altrip” mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister im Vorsitz. Und wenn es besonders eng zuging, auch der „Ortsarmenverband Altrip”.

1903 ließ sich der erste praktische Arzt nieder. Eine seit 1908 bestehende Kinderschule war nur notdürftig in einem Saal der Ludwigschule untergebracht, außerdem fehlte eine Krankenschwester in dem abgelegenen Dorf. Beider Angelegenheiten nahm sich seinerzeit die Protestantische Kirchengemeinde an. 1926 wurde ein Drogerie-Ladengeschäft in der Rupprechtstraße eröffnet. 1927 hat sich der erste Zahnarzt niedergelassen. Ab 1962 gab es eine Apotheke in der Gemeinde. (mmö/wlf)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Marktplatz Regional - 27. Februar 2008)