An Industriegeschichte erinnern

Ziegeleidenkmal in Rheingönheimer Straße bei Festakt enthüllt

Eine Kipplore, montiert auf einer Schmalspurschiene, erinnert fortan in einer Art Ziegel-Trockenschuppen in Altrip an die gut 75 Jahre währende Industriegeschichte der Gemeinde, die nach der so genannten Gründerzeit im 19. Jahrhundert begann. Am Samstag wurde das an der Rheingönheimer Straße/Ecke Rietburgstraße aufgestellte Ziegeleidenkmal offiziell enthüllt.

Vier Dampfziegeleien hat es in Altrip gegeben. An diese Vergangenheit erinnert die auf einer Schmalspurschiene montierte Kipplore, die in einer Art Ziegel-Trockenschuppen steht. | FOTO: LENZBuchstäblich in letzter Minute vor der Einweihung des Denkmals, das an die Ära der vier Altriper Dampfziegeleien erinnern soll, wurden die letzten Arbeiten erledigt. Beim Festakt am Samstag konnte Zimmermeister Stefan Zink vom Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft Nordbaden in luftiger Höhe neben dem Richtkranz mit seinen flatternden bunten Bändern aber ein fertiges Werk präsentieren. Mit 15 Auszubildenden hatte er das „Haus” für eine Kipplore geschaffen. Der Leiter des Ausbildungszentrums, Jörg-Lutz Ruschke, sah das gelungene Werk denn auch mit Wohlwollen.

„Mit diesem Denkmal soll dokumentiert werden, dass es zwischen der Zeit des ehemaligen Fischerdorfes und heute auch eine Dampfziegelei-Ära gab, in der Millionen und Abermillionen von Backsteinen hergestellt wurden”, sagte Bürgermeister Jürgen Jacob (FWG). Das Vorhaben wurde unter anderem vom Heimat- und Geschichtsverein unterstützt. Auch das Geheimnis um die Herkunft der Kipplore lüftete Jacob. Das Feldbahn- und Industriemuseum Wiesloch stellte der Gemeinde eine, wenn auch nicht in Altrip „gelaufene”, so doch aber baugleiche Lore zur Verfügung. Im Tausch erhielt das Museum dafür eine in Altrip deponierte Lore aus Frankreich. Kipploren wurden einst mit Menschen-, Kuh- oder Pferdekraft sowie später durch Dampflokomotiven und Dieselloks durch die Altriper Gemarkung gezogen.

Auf zwei Tafeln, die Jacob zusammen mit Carl-Michael Baumann, dem Sohn des letzten großen Firmenpatriarchen Karl Baumann, enthüllte, ist die Geschichte der früheren Ziegeleien, ergänzt durch einige historische Fotos, anschaulich dargestellt. (wlf)

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 3. Juni 2008)