Frau stürzt an Fähr-Anlegestelle mit Auto ins Wasser

Fataler Irrtum führt gestern Morgen zu Unfall am Rheinufer - Betrieb für Bergungsarbeiten eine Stunde unterbrochen

Großes Glück hat nach Einschätzung der Polizei die Fahrerin des Kleinwagens gehabt, der gestern Morgen an der Anlegestelle der Altriper Rheinfähre in den Fluss gestürzt ist. Sie konnte sich selbst aus dem Auto retten. Die Feuerwehr zog den Pkw mit einem Stahlseil aus dem Wasser. | FOTOS: LENZ

Dramatischer Zwischenfall an der Anlegestelle der Altriper Rheinfähre: Bei dichtem Nebel ist eine 53 Jahre alte Frau gestern Morgen mit ihrem Auto in den Fluss gefahren - wohl in der Annahme, das Schiff warte gerade an der Metallrampe auf Passagiere. Sie konnte sich nach Angaben der Polizei aus dem sinkenden Pkw befreien und gelangte durchnässt und unterkühlt ans rettende Ufer.

Der fatale Irrtum der 53-Jährigen: Die Fähre hatte zum Zeitpunkt des Unglücks die Pfälzer Rheinseite noch nicht wieder erreicht, sondern gerade erst die Anlegestelle am Mannheimer Ufer verlassen. Gegenüber den Beamten gab die Frau später an, dass sie drei Personen, die ihre Räder auf der Rampe schoben, schon auf dem Schiff gewähnt habe und dann trotz der extrem schlechten Sichtverhältnisse weitergefahren sei. Den Ablauf der Ereignisse schildert die Polizei folgendermaßen: Der Kleinwagen der Frau sei noch kurz an der Kante der Rampe hängen geblieben, ehe er mit den Vorderrädern voran in die Fahrrinne gestürzt und bis zur Dachkante versunken sei. Nur die Heckklappe habe noch aus dem Wasser geragt. Nach Darstellung der Polizei wurde das Auto von der Strömung zehn bis 15 Meter mitgezogen und blieb dann auf einer Sandbank liegen.

Es folgten offenbar dramatische Augenblicke: Der 53 Jahre alten Frau sei es gelungen, den Pkw durch die Fahrertür zu verlassen und halb schwimmend, halb laufend durch das eiskalte Wasser das Ufer zu erreichen, berichtet die Polizei. Dort habe sie ein Passant auf die Rampe gezogen. Weitere Zeugen des Unfalls hüllten die durchnässte und unterkühlte Fahrerin in Decken und fuhren sie nach Hause, wo sie ein heißes Bad nahm, heißt es im Pressebericht. Die Folge der Flucht aus dem Auto: leichte Blessuren an linken Fuß. Das Fahrzeug wurde von der Freiwilligen Feuerwehr mit einem Stahlseil aus dem Flussbett gezogen. Trotz des eingedrungenen Wassers funktionierten bis zum Unterbrechen der Zündung sowohl die Lichter als auch der Heckscheibenwischer noch, informierte ein Sprecher der Polizei Schifferstadt auf Anfrage. Die hinzugerufene Wasserschutzpolizei konnte ihm zufolge keine Verschmutzung des Wassers durch ausgelaufene Betriebsstoffe feststellen, weil das Auto noch relativ neu gewesen war. Am Wagen selbst entstand Totalschaden in Höhe von rund 17.000 Euro.

Bürgermeister Jürgen Jacob, der als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, die mit 18 Mann und drei Fahrzeugen im Einsatz war, als einer der ersten am Unfallort eintraf, zeigte sich angesichts des glimpflichen Ausgangs erleichtert. Trotz der hell ausgeleuchteten Anlegestelle sei gestern aber nicht das erste Mal gewesen, dass es zu einem solchen Zwischenfall dort gekommen sei. Der Betrieb der Rheinfähre war nach Mitteilung der Polizei während der Bergungsarbeiten für etwa eine Stunde lang unterbrochen. (örg)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 15. Februar 2008)