„Sorgenkind” hat sich gemacht

Altrip feiert 750 Jahre Fährrechte

Altrip. 750 Jahre Fährrechte - dieses bemerkenswerte Jubiläum haben die Altriper am Sonntagmorgen auf der Außenanlage des Kanu-Clubs gefeiert. Bei einem Weißwurstfrühstück konnten die Anwesenden unter anderem der Gesangsdarbietung der „Neckarmöven” aus Mannheim lauschen.

Seit 750 Jahren werden die beiden Rheinufer mit einer Fähre verbunden. Klar, dass da auch schwierige Zeiten dabei waren. So nannte Altrips Bürgermeister Jürgen Jacob das Schiff dann auch schon mal „Sorgenkind” in seiner Ansprache. Und als Geschäftsführer der heutigen Betreibergesellschaft sprach Jacob auch von Verlusten, aber ebenso über Erfolge, die das Schiff seit 1978 einfährt.

Gottes Beistand für die sanierte Fähre erbaten Schiffspfarrer Peter Annweiler (rechts) und Altrips Pfarrer Bernhard Pfeiffer. FOTO: Lenz„Mit jedem Tiefschlag haben wir dazugelernt”, sagte der Bürgermeister und erzählte unter anderem von Niedrigwasser oder Kiesanschwemmungen. Solche Ereignisse hätten es der Fähre nicht immer einfach gemacht. Doch durch Sanierung und Ausbau des Schiffs sei man jetzt gewappnet. Wie berichtet, ist die Fähre im Winter um sieben Meter verlängert worden, was den Betrieb bei niedrigeren Pegelständen gewährleistet, weil das Schiff nicht mehr so nah ans Ufer heranfahren muss. Dazu hat die Rheinfähre noch einen neuen Antrieb bekommen. Sollte die Fähre doch mal nicht ablegen können, werden rund 2200 Kunden per SMS informiert. Wie Jacob weiter informierte, seien inzwischen alle Schulden abgebaut. Und: „Die Pendler haben die Fähre akzeptiert.”

Karlheinz Rief (54) beispielsweise ist Berufspendler und nutzt die Rheinfähre jeden Tag. Auch am Wochenende und nachts ist er auf ihr unterwegs. Auch Lars Piske (44) nutzt die Dienste der Fähre. Beide beteuern: Wenn die Fähre nicht fahren würde, wäre das eine Katastrophe.

Wirtschaftlich und gesellschaftlich sei die Fähre zu einem wichtigen Bestandteil für Altrip und Mannheim geworden. Außerdem werde die touristische Verknüpfung zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gefördert, betonte Jürgen Jacob. Betrieben wird die Fähre von einer GmbH. Gesellschafter sind die Stadt Mannheim (50 Prozent), der Rhein-Pfalz-Kreis (30 Prozent) und die Gemeinde Altrip (20 Prozent). (mlü)

(Quelle: DIE RHEINPFALZ - Ludwigshafener Rundschau - 21. August 2012)