Umzug und Brillant-Feuerwerk zum Jubiläum

Vor 75 Jahren erstes Fischerfest - Seit 1958 unter Gemeinde-Regie - Auftakt am Freitag

Vor 75 Jahren organisierte der nur ein Dutzend Mitglieder zählende Sportanglerverein wagemutig das erste Altriper Fischerfest im Waldpark der Gemeinde. Der Verein bestand damals erst ein Jahr. Dank des Organisationstalents des Vorsitzenden Karl Fabian und der Mithilfe der Vereinsfrauen wurde das Fest ein voller Erfolg. Am Freitag, 29. Juni, 20 Uhr, wird Bürgermeister Jürgen Jacob die Jubiläumsveranstaltung eröffnen.

Vor 75 Jahren fand am Rhein auf einer Strecke von nahezu einem Kilometer ein Wettangeln statt. Einen Fischstand betrieben die „Petri-Heil-Jünger” selbst. Die übrigen Verpflegungsstände wurden hingegen an Altriper Geschäftsleute vergeben.

Ein Jahr darauf war der Zuspruch noch viel größer. Doch trotz dieses Erfolgs stand das Fischerfest früh vor dem Aus. Wegen des zu großen finanziellen Risikos und fehlender Helfer wurde das bereits terminierte Fest 1934 abgesagt. Nachdem der Verein aber ein eigenes Vereinsgewässer pachten konnte, gab es einen weiteren Mitglieder- und Helferzugang, sodass ab 1935 wieder alljährlich ein Fischerfest viele Besucher in den Waldpark lockte.

Das erste Fischerfest nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete 1949 wiederum Karl Fabian als Festmarschall. Bereits am Samstag zählten die Organisatoren mehr als 5000 Gäste. Damals erhielt jeder Besucher eine gebührenpflichtige Eintrittsplakette, sodass der Veranstalter über die genaue Besucherzahl stets informiert war. Die Rheingemeinde hatte damals gerade mal 3500 Einwohner. Viele Gäste kamen aus dem Badischen. Getanzt wurde bis tief in die Nacht.

Zünftige Musik, gediegene Preise

Auch in den folgenden Jahren war die Musik noch zünftig, die Preise gediegen und die „Zerstreuung” mäßig - eben „zeitgemäß”. So gab es einen Kletterbaum, eine Schiffschaukel und eine Kegelbahn. Neben der Bühne waren die Fahnen aller teilnehmenden Vereine aufgereiht. Von Jahr zu Jahr wurde das Fest größer. Nun kamen über die drei Festtage schon Zehntausende, und bald wurde dem Sportanglerverein das Risiko zu groß. Außerdem fehlte es auch an genügend Helfern. Ein zweijähriger Festausfall war die Folge. Doch der neue Bürgermeister Emil Lebherz meinte, dass das Fischerfest zur Tradition eines alten Fischerdorfes gehöre. Ab 1958 stand die Organisation unter der Regie der Gemeinde. Erstmals setzte sich ein großer historischer Umzug in Bewegung. Motto: „Die Fischerei im Wandel der Zeit”.

Im Laufe der Jahre investierte die Gemeinde in die Verbesserung der Hygiene, schuf eine Festhalle und baute die Stände aus. Bürgermeister Michael Marx führte dienstags die großen Seniorennachmittage für die Altbürger ein und bereicherte das Fest mit anspruchsvollen Künstlerprogrammen in der Festhalle.

Sterne im Himmel: Wie im vergangenen Jahr endet das Altriper Fischerfest mit einem prächtigen Feuerwerk. | ARCHIVFOTO: LENZ45 Zugnummern, fünf Kapellen

Die Vorbereitungen zum diesjährigen Altriper Fischerfest laufen auf Hochtouren. Gilt es doch, das Festjubiläum zu feiern und gleichzeitig der Übernahme in Gemeinderegie vor 50 Jahren zu gedenken. Erstmals seit dem Jahr 2000 steht deshalb wieder ein historischer Fischerfestumzug auf dem Programm. Der Koordinator des Festes, Jürgen Jugenheimer, verweist stolz auf 45 Zugnummern. Allein fünf Kapellen marschieren am Sonntag, 1. Juli, 14 Uhr, mit.

Bereits am Samstag, 16 Uhr, ist ein besonderer Umzug angekündigt: Zur Abholung der Fischerkönigin Michaela Becker werden sich neben dem Bürgermeister und seinem Gefolge sowie den römischen Begleitdamen auch etliche Oldtimer-Fahrzeuge an der Albert-Schweitzer-Schule auf den Weg machen.

Der Samstag steht ganz im Zeichen eines großen Kindernachmittags um 15 Uhr und einer Oldtimer-Sternfahrt. Die Fahrzeuge werden im Waldpark einzeln vorgestellt und können ab 17.30 Uhr auf dem Sonderparkplatz „Alter Friedhof” bewundert werden. Am Sonntag findet die Karpfenversteigerung statt. Mit einem Brillant-Höhenfeuerwerk am Montag, 22.30 Uhr, klingt das Jubiläumsfest langsam aus. Die Fähre verkehrt im Übrigen bis 24 Uhr.

(Quelle: Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau - 27. Juni 2007 | Wolfgang Schneider)